Eigentlich ganz einfach. Eigentlich.

„Mir ist saukalt, darum ziehe ich mir einen zweiten Pulli über.“
„Gestern habe ich mich überfressen, heute mässige ich mich.“
„Gestern habe ich kaum richtig gegessen, heute nehme ich mir Zeit für eine schöne Mahlzeit.“
„Gerade wollen alle etwas von mir. Eine Stunde kein Computer, kein Handy. Oder zwei Stunden.“
„Viel zu wenig geschlafen letzte Nacht, heute gönne ich mir einen Mittagsschlaf.“
„Ich fühle mich verhockt, habe mich in letzter Zeit zu wenig bewegt. Ich stelle mir das Velo bereit.“

Genau, das ist Self Care – oder etwas biederer: Selbstfürsorge.
Unter anderem.

Am Ende dieses Artikels kriegst Du ein praktisches Werkzeug, das Dir hilft, gut zu Dir zu schauen. Wenn Du schon alles über Self Care weisst, spring direkt dort hin.

Das Konzept der Selbstfürsorge hat eine lange Geschichte und lässt sich bis zu den alten Zivilisationen zurückverfolgen. In vielen Kulturen war die Selbstfürsorge ein fester Bestandteil des täglichen Lebens und wurde als Mittel zur Erhaltung des ganzheitlichen Wohlbefindens angesehen.

In jüngerer Zeit hat sich die Sache kurlig entwickelt. Die Milliardengewinne, die die Schönheits- / Fitness- / Wellness-Industrie weltweit einfährt, lässt erahnen, wie gross das Bedürfnis nach Selbstfürsorge eigentlich ist. Die Bereitschaft ist gross, die Befriedigung dieses Bedürfnisses an käufliche Produkte und Dienstleistungen zu delegieren.

Sich das eine oder andere Hilfsmittel zu besorgen ist ja nicht verkehrt.
Wesentlich ist jedoch die Art und Weise, wie wir mit uns selber umgehen.

Selbstfürsorge bezieht sich auf Aktivitäten und Praktiken, mit denen wir uns um unsere körperliche, geistige und emotionale Gesundheit kümmern.

Eine selbstfürsorgliche Haltung ist nicht egoistisch oder selbstsüchtig.
Kümmern wir uns nicht um uns selber, können wir uns auch nicht um andere und „die Welt“ kümmern.
Es geht um ein Gleichgewicht zwischen „zu uns selbst nett sein“ und für andere da sein.

Wir tun also gut daran, der Selbstfürsorge, wenn immer möglich, hohe Priorität einzuräumen und zu einer Haltung zu finden, in der wir uns das erlauben. So sind wir auch in der Lage, uns Zeit für Dinge zu nehmen, die uns gut tun.
Dinge, die unser körperliches, geistiges und emotionales Wohlbefinden fördern:

  • Viel bewegen – natürlich möglichst so, dass es Spass macht.
  • Gesund essen – nicht zu viel, nicht zu wenig.
  • Genügend schlafen.
  • Entspannungstechniken lernen und üben.
  • Sich immer wieder mal hinsetzen und meditieren.
  • Schöne Orte aufsuchen, sich in der Natur den Elementen aussetzen.
  • Hobbies pflegen (sofern vorhanden) und ihnen den nötigen Platz einräumen.

Es ist auch ganz gut, ein gewisses Selbstmitgefühl zu entwickeln: Sich selbst (hier: ungeliebten Mustern und Verhaltensweisen) gegenüber freundlich und verständnisvoll sein, besonders in schwierigen Zeiten.
Dazu gehört auch, Grenzen setzen zu können. Überzogen anspruchsvolle Menschen und überhöhte berufliche Anforderungen hindern uns unter Umständen, uns zu regenerieren und zu tanken.
Nicht zu vergessen: Ruhe und Entspannung bedürfen zuweilen der Planung. Pausen und die Möglichkeit, sich auszuruhen und zu entspannen, sind ein wichtiger Bestandteil der Selbstfürsorge.

Wenn wegen besonders schwierigen Umständen die ganze Selbstfürsorgerei nicht so recht gelingen will und uns das Ruder entgleitet, sollten wir uns nicht scheuen, die Unterstützung durch Freunde und Angehörige zu suchen oder professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen in Form von Therapie oder Beratung.

Es ist je nach Veranlagung leicht, die Bedürfnisse anderer vor die eigenen zu stellen. Die Selbstfürsorge sollte aber Vorrang haben.

Vernachlässigen wir uns selbst, hat das unschöne Folgen für unser eigenes Wohlbefinden und für das der Menschen, die mit uns zu tun haben.
Es fehlt die Energie um Freude am Leben zu haben, Pflichten zu erfüllen und andere zu unterstützen.

Die Folgen für die körperliche, geistige und emotionale Gesundheit machen sich früher oder später bemerkbar:

  • Der Stress lässt uns nicht zur Ruhe kommen.
  • Angstzustände können sich einstellen.
  • Depressive Verstimmungen oder Depressionen machen sich breit.
  • Das Immunsystem schwächelt, Krankheiten können chronifizieren.
  • Die Frage „Hast du gut geschlafen?“ mögen wir schon gar nicht mehr hören.
  • Sich auf etwas zu konzentrieren fällt zunehmend schwer.
  • Die Bewältigung des Alltags wird mehr und mehr zur Herausforderung.
  • Die Beziehungen zu anderen Menschen leiden.

Woran merken wir denn, ob wir gut oder nicht so gut zu uns schauen?
Warten wir bis die ungünstigen Symptome deutlich genug und unüberfühlbar sind?
Die Sensibilität den Anzeichen gegenüber ist sehr individuell justiert; manche Menschen nehmen die Signale eher wahr als andere, und dann gibt es noch die, die warten bis ihnen der ärztliche Bericht um die Ohren fliegt.

Hier ein Vorschlag, wie die Selbstfürsorge gelingen kann:

Eine Tabelle zu führen ist eine äusserst einfache Methode um sich und das fürsorgliche Verhalten sich selber gegenüber im Auge zu behalten.
Das klingt vielleicht vorerst mal allzu banal oder gar bescheuert – ist aber sehr wirksam.
Mit einer Monats-Tabelle* siehst Du auf einen Blick, wie Du in letzter Zeit mit Dir umgegangen bist und ob es Verhaltensweisen gibt, denen Du mehr Beachtung schenken solltest.
(* Klick aufs Bild -> Download)

Am Ende jeden Tages bewertest Du auf einer 4-Punkte-Skala die Kriterien

  • Schlaf
  • Zeit für mich
  • Ernährung
  • Bewegung
  • und – wenn Du magst – ein bis zwei weitere, selbst gewählte (Rauchen, Alkohol & Co, soziale Kontakte, meditieren, lachen etc. …

Dies zu tun kostet Dich höchstens eine Minute Lebenszeit.

Wichtig:
Allein dass Du Dir täglich 1x Gedanken zu Deiner Selbstfürsorge machst, hat schon einen Effekt.
Tu Dir was Gutes und probiere es aus; mindestens 3 Monate lang.
Ich freue mich wenn Du’s mich wissen lässt, wie es Dir damit ging!

Aktuell:

Widme Dich am 15. Januar 2023 dem Thema Selbstfürsorge
und buche „1 Tag Ferien für 99 Franken“.
Hier mehr dazu.