Ein Lachen der Stärke 5 auf der Richterskala wirkt sich auf den ganzen Körper aus.

Untrügliche Zeichen, dass da jemand gerade lacht:

Die Nase legt sich in Falten, die Nasenlöcher weiten sich.
Der Kopf wird zurückgeworfen, die Augen werden geschlossen.
Der Zygomaticus-Muskel zieht den Mund nach oben und sorgt für einen glücklichen Ausdruck.
Die Augenmuskeln werden angespannt (und aktivieren im Gehirn positive Gefühle).
Der »Lachmuskel« spannt 17 Gesichtsmuskeln an, darunter die des Tränensacks, so dass unter Umständen die Tränen fliessen.
Der Mund weitet sich, weil die Ein- und Ausatmung (stossweise) vervielfacht wird.
Die Stimmbänder werden in Schwingung versetzt und erzeugen die typischen stakkatoartigen Lachlaute.
Der Brustkorb wird gezerrt, der Körper schaukelt hin und her.
Möglicherweise wird mit offener oder flacher Hand auf den Schenkel geschlagen.
Das Zwerchfell »hüpft« und massiert die Eingeweide.

Gasaustausch

Was wir selber am unmittelbarsten erleben, ist die veränderte Atmung.
Das Zwerchfell spannt sich, dadurch dehnen sich die Lungenflügel. Wenn wir dann lauthals loslachen, pressen wir die Luft stossartig mit 100 kmh aus der Lunge.
100 kmh! In einer Stunde könnten wir uns so von Bern nach Zürich lachen.

Bei intensivem Lachen wird 3x mehr Gas ausgetauscht. In der Lunge reichert sich das Blut darum mit mehr Sauerstoff als üblich an.
CO2, das Abfallprodukt der Verbrennungsvorgänge im Körper, wird komplett ausgestossen.
Die Vorratsluft, die in den Lungen steckt, entleert sich dabei fast vollständig.

(Nützlicher Nebeneffekt No. 1: Ähnlich wie beim Husten werden die oberen Luftwege durch starkes Lachen von störenden Sekreten befreit.
(Nützlicher Nebeneffekt No. 2: Durch den gesteigerten Sauerstoffaustausch im Gehirn verbessert sich die Konzentrationsfähigkeit.)

Herz / Kreislauf

Es ist immer schön, wenn man auf klinische Untersuchungen verweisen kann. Es gibt nämlich welche, die die positiven Wirkungen (von intensivem und häufigem Lachen) auf das Herz-Kreislauf-System belegen.

Da Lachen eine abrupte körperliche Leistung darstellt, erhöht sich zuerst der Puls – und der Blutdruck steigt. Nach der Lachattacke verlangsamt sich der Herzschlag aber wieder und bleibt auf einem niedrigen Niveau. Gleichzeitig entspannt sich die glatte Muskulatur der Arterien und der Blutdruck sinkt.

Mehrere Studien kamen zum Ergebnis, dass Menschen, die häufig lachen, seltener einen Herzinfarkt erleiden.

Immunsystem

Das passt zwar schlecht zu „Ich hab mich halb tot gelacht“, aber: regelmässiges Lachen stärkt das Immunsystem.

Folgende Forschungsergebnisse lassen darauf schliessen, dass das Lachen das Immunsystem aktiviert:

Erhöhte Anzahl und Aktivität von Killerzellen, die infizierte oder entartete Zellen erkennen und zerstören können.
Vermehrung von Antikörpern der Immunglobulin-Klasse A. Das sind Antikörper, die in den Schleimhäuten im Körper (wie Mund, Darm und Lunge) vorkommen und einen Teil der Schutzbarriere gegen eingedrungene Erreger bilden.
Erhöhte Konzentration von Gamma-Interferon, welches die Zellen im Normalfall zur Bekämpfung einer Virusinfektion benötigen. Genau genommen ist das ein Protein, das für die Produktion körpereigener Abwehrstoffe mitverantwortlich ist.

Endokrines System

Beim Lachen nimmt die Konzentration der Stresshormone im Blut ab. Warum das gut ist:

Bei Stress signalisiert das Nervensystem dem Nebennierenmark, Adrenalin auszuschütten.
Blutdruck, Puls, Hautwiderstand und Muskelaktivität steigen, die Darmtätigkeit ist gehemmt.
Der Körper ist in Alarmbereitschaft.

Etwa zehn Minuten nach der Adrenalinausschüttung folgt dann Cortisol, das den Körper vor den ungünstigen Folgen einer zu langen Hochaktivierung durch Adrenalin schützen soll und gleichzeitig für eine erhöhte, länger anhaltende Wachsamkeit auf einem niedrigeren Niveau sorgt.
(Weil Adrenalin schwer messbar ist, wird meist die Cortisolkonzentration im Speichel für Messungen des Stressniveaus herangezogen.)

Wenn wir von „Stress“ sprechen, hat das meist einen negativen Beigeschmack. Dabei bedeutet das lediglich, dass der Körper (als Reaktion auf eine wahrgenommene Belastung oder Bedrohung) besonders leistungsbereit ist. Eine Mobilisierung, die für den Erhalt der körperlichen Unversehrtheit nützlich ist. Ohne Stress wären wir schon längst nicht mehr am Leben.

In Momenten der Gefahr funktionieren wir immer noch genau gleich wie unsere allerentferntesten Vorfahren: Wir kämpfen oder flüchten – und brauchen somit unsere Muskeln.
Die Stresshormone werden u.a. durch die Verbrennungsprozesse in den Muskelzellen umgewandelt und abgebaut. Das Ausagieren des Stresses bringt also den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht.

Im Alltag kann die aufgebaute Spannung aber häufig nicht auf „althergebrachte Weise“ abgebaut werden. Sich schreiend auf die arrogante Chefin zu werfen oder sich unter den Tisch zu flüchten: Im Büro ist das ein eher ungünstiges Verhalten.
Wir erleben zwar unter Umständen körperlich das Gleiche wie unsere Vorfahren, doch unsere Bewältigungsstrategien müssen zwangsläufig sozialtauglich sein.

So scheint die These der Gelotologie recht naheliegend: Eine der Funktionen des Lachens sei, auf physiologischer Ebene Stress abzubauen. (Eben weil wir beim Lachen eine recht eindrückliche körperliche Leistung vollbringen.

Noch mehr Endokrinologie

Im Gehirn tragen wir alle ein erbsengrosses Drüslein mit uns rum, die Hypophyse. Dort werden u.a. Endorphine produziert und beim Lachen verstärkt ausgeschüttet; diese werden auch gerne als „Glückshormone“bezeichnet.

Das Wort Endorphin ist eine Wortkreuzung: Endogenes Morphin bedeutet „ein vom Körper selbst produziertes Opioid“.
Opiate und Opioide sind wegen ihrer schmerzstillenden Wirkung berühmt und berüchtigt, beim Lachen beliefern wir uns also selber mit Drogen!

(Ist Lachen eine Notfallsituation?)

Endorphine regeln nicht nur Empfindungen wie Schmerzen und Hunger. Sie stehen auch in Verbindung mit der Produktion von Sexualhormonen und werden mitverantwortlich gemacht für die Entstehung von Euphorie. Das Endorphinsystem wird unter anderem in Notfallsituationen aktiviert.

Verdauung – „Ich scheiss mir in die Hose!“

Kann man sagen. Um auszudrücken, dass man etwas wirklich sehr sehr lustig findet.
Dieses „Bonmot“ weist aber auch darauf hin, dass Lachen – als weitere Wirkung – die Verdauung anregt.
Dies geschieht einerseits mechanisch durch die heftigen Zuckungen des Zwerchfells, und andererseits auf hormonellem Weg: Lachen entspannt, Entspannung bedeutet Abwesenheit von Stress, – bei Abwesenheit von Stress können diejenigen Körperfunktionen aktiviert werden, die sich im Stand-By am besten entfalten.

Zum Schluss eine Behauptung

„Eine Minute Lachen wirkt – allgemein – positiv auf die Gesundheit wie 10 Minuten Joggen.“

Das jedenfalls behaupten einige Gelotologen.
Nicht auszudenken, wie gesund es wäre, 10 Minuten lang lachend zu joggen…!

Und zum Schluss nach dem Schluss:

Eckhart von Hirschhausen fasst die Wirkungen des Lachens im Schnelldurchlauf (in 2 Minuten!) zusammen.

Von Hunden, Schweinen und Schweinehunden

Von Hunden, Schweinen und Schweinehunden

„Wir kreieren erst unsere Gewohnheiten und dann kreieren unsere Gewohnheiten uns.“
Das sagte vor ungefähr 350 Jahren John Dryden, ein englischer Dramatiker.

In diesem Artikel geht es um gute und schlechte Gewohnheiten – und um die Schwierigkeit, sie in die eine oder andere Richtung zu ändern.

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Er bekommt darum hier die Aufmerksamkeit, die er verdient. Und ich verrate Dir, wie Du mit umgehen kannst.

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In der Schweiz möchte in absehbarer Zeit ein Viertel aller Angestellten die Stelle wechseln!
Die Arbeit gefällt zwar – aber dem Chef, der Chefin fehlt es an Führungsqualitäten.
In einer PWC-Studie werden insbesondere der Mangel an Fairness, menschlicher Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit und Ehrlichkeit beklagt.

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