„Keep it simple, das Einfache ist schwierig genug!“

„Keep it simple, das Einfache ist schwierig genug!“

Mein 3-Ebenen-Modell im Coaching

Frau B. erschien ein bisschen verspätet zum Coaching-Termin. Leicht genervt.
Ein kleiner Kaffeefleck zierte ihre Bluse.
Sie habe auf dem Weg zu mir einen Coffee To Go getrunken und sei angeschubst worden.
Das ist natürlich nervig.

Ganz so schlimm war’s nicht

Der Kaffeefleck erwies sich als Türöffner:
Wer im Gehen isst oder trinkt, tut das meist in der Absicht, dadurch ein bisschen Zeit zu sparen.
Wer Zeitspar-Gelegenheiten* nutzt, will die Zeit lieber für andere, „wichtigere“ Sachen einsetzen.
Wer viele wichtige Sachen am Laufen hat, ist laufend gezwungen zu priorisieren. Und die Art wie jemand priorisiert, ist geprägt vom Selbst- und Weltbild.

(* Hier übrigens ein Blog-Beitrag, der Ihnen zeitsparend vermittelt, was unter dem „Emotionsprofil“ zu verstehen ist.)

Erste Zutaten für die Basis der Coaching-Struktur

Die Entstehungsgeschichte des Kaffeeflecks lud ein zum Erzählen und öffnete somit den Raum, in dem Frau B. sich präsentieren konnte:
Ein Raum, der mit erfolgreichen Menschen dekoriert ist und mit Menschen, die Frau B. – ihres beruflichen Erfolgs wegen – nicht wirklich wohlgesonnen sind. Auch eine „allzu anspruchsvolle Familie“ kommt darin vor, eine viel telefonierende Mutter, diverse Fitnessgeräte und stapelweise Selbstmanagement-Ratgeber. Einige Arzttermine sind an die Wand gepinnt und eine schlecht ausgeleuchtete Ecke wird durch einen wackeligen Raumtrenner vor Blicken geschützt.

Was hat Frau B. veranlasst, diesen Raum genau so zu bestücken? Was ist ihr dabei wichtig, was gefällt ihr daran, was betrachtet sie als gegeben und unumgänglich?
Es sind dies Fragen, die direkt mit ihrer Selbstwahrnehmung verknüpft sind und mit ihrer Art, die Welt zu sehen. Fragen, die helfen, die Basis der Coaching-Struktur zu setzen.

Im Coaching lade ich Sie ein, Ihr Selbstbild zu reflektieren und mir zu schildern, wie Sie „die Welt“ wahrnehmen.

Die Basis der Coaching-Struktur – und damit auch der Auftakt des Prozesses – wird bestimmt durch den „Einrichtungsgegenstand“, der in den Fokus der Betrachtung gerät.

Im Fall von Frau B. waren es Selbstmanagement-Ratgeber, insbesondere die Sammlung „iss-gesünder-schlafe-besser-trainiere-effizienter-sei-körperbewusster“.
Die Basis waren also die Meldungen ihres Körpers und ihr Umgang mit ihm.

Wir verlassen jetzt Frau B. und den weiteren Verlauf des Prozesses.

In der geschilderten Situation baut die Struktur des Coachings auf körperbezogene Betrachtungen auf.
Es könnten aber auch bestimmte Gefühle oder das Mindset (die „Kopfsachen“) dazu dienen.

Um das ausführlich zu erklären, betritt jetzt mein 3-Ebenen-Modell die Bühne. Es ist sehr einfach gehalten und hilft, Zusammenhänge zu veranschaulichen.

 „Keep it simple, das Einfache ist schwierig genug!“

  Das ganze Gebilde symbolisiert auf überschwängliche Weise einen Zustand optimalen Wohlbefindens; einen Zustand, den wir gerne anstreben.
Alles in Balance, alles voll im Saft, – alles durchwegs paletti.

  Zuoberst tanzt das Befinden.
So wie hier dargestellt, verkörpert es die Aussage „mir geht es saugut!“ oder „es geht mir extrem wahnsinnig saugut!“
Für seine bedenkenlosen Freudensprünge ist das Befinden auf einen sicheren Boden angewiesen.

Den sicheren Boden bietet dieses Dreiergespann:

  Die körperliche Gesundheit, das ausgeglichene Gefühlsleben, der klare Verstand: Alle drei leisten gleich viel, sie verteilen die Aufgabe gerecht untereinander.

Soweit der Idealzustand.

Es ist aber ein fragiles Gleichgewicht!

  • Ist der Körper durch Krankheit geschwächt oder plustert er sich übermässig auf durch überspannte Schönheits- und Fitness-Vorstellungen, wirkt sich das umgehend auf die beiden anderen Mitspieler aus.
  • Nehmen die Gefühle (egal welcher Färbung) dermassen überhand, dass Körper und Verstand vernachlässigt werden, gefährdet das die Balance ebenso.
  • Und wenn der Verstand darauf beharrt, dass er alleine weiss wie der Boden zu stützen sei, werden Körper und Gefühle verkümmern oder durch Kapriolen versuchen, zur Geltung zu kommen.


Jede Unstimmigkeit wirkt auf die Stabilität des Bodens, jede Instabilität stört das Befinden bei seinem Tanz.

Die Eigenheiten der drei Stützen

Der Körper …
ist unser Haus, das wir ein Leben lang bewohnen.
Wir richten es ein, räumen immer wieder um, beschaffen Neues und entsorgen Altes, machen es einbruchsicher, frischen den Anstrich auf, achten darauf dass das Dach dicht bleibt und fühlen uns im besten Fall darin wohl.

Spuren der Zeit dürfen sein… Möglicherweise lassen wir das Haus aber verlottern und kümmern uns nicht um all den unnützen oder kaputten Kram, der sich anhäuft.

Über Körperbewusstsein verfügen wir nicht von Beginn weg, wir entwickeln es nach und nach.
Frühe negative und positive Erfahrungen, die wir mit unserem Körper in Verbindung bringen, prägen uns zutiefst.
Das zeigt sich oft daran, wie wir mit unserem „Haus“ umgehen.

Negative Prägungen und ihre Auswirkungen (auf unsere Wahrnehmung und Interpretation des Lebens) zu erkennen und aufzulösen, kann ein mühseliger Prozess sein.

Wir können durch unseren Körper grösste Freuden und unerträgliche Schmerzen empfinden; wir können uns darüber freuen, dass wir ihn benutzen dürfen oder ihn als lästiges Übel betrachten; wir können ihn krankhaft überkultivieren oder ihn vernachlässigen; wir können mit ihm Kunst ausdrücken und ihn zur Kunst machen.
Wir können ihn aber auch lediglich als etwas betrachten, dem man Ernährung und Substanzen zuführt, that’s it. Zu viel oder ungesunde Nahrung, beglückende oder betäubende Substanzen, – egal, rein damit.
Wir können ihn also respektvoll bewohnen oder ihn auf die eine oder andere Weise missbrauchen.

Wer bewohnt das Haus?
Es wird zum Problem, wenn wir uns mit dem Körper identifizieren. Auf das Bild mit dem Haus übertragen würde das heissen „ich bin das Haus“. Aber das Haus ist lediglich das Haus, und es wird bewohnt. Wer also wohnt in dem Haus?!

Die Identifikation führt zu falschen Schlüssen:
Das Haus ist schön = ich bin (und bleibe) schön; das Haus ist beschädigt = ich bin beschädigt. Das Haus verwittert und zerfällt = ich werde gleichermassen wertlos.

Gehen wir davon aus, dass wir uns das Haus nicht selber aussuchen konnten. Ob es uns nun zugeteilt wurde oder warum auch immer wir ausgerechnet in diesem Haus unser Leben verbringen, – es ist das bestmögliche Haus, das wir kriegen konnten.

Es trägt zum Glück bei, wenn wir uns mit diesem Fakt arrangieren können und zu unserer ganz eigenen Art finden, das Haus zu bewohnen. Es reicht, zum Haus Sorge zu tragen; nicht übertrieben viel und nicht zu wenig.
Und es ist gut, die Vor- und Nachteile dieses einzigartigen Hauses zu kennen und diese zu akzeptieren.

 

Gefühle, Emotionen…
Hier ein griffiges Bild zu finden, analog zum „Körper als Haus“, ist nicht ganz so einfach.
Am ehesten kann die „Atmosphäre“ im Haus als Vergleich herhalten.

Die Atmosphäre ist häufigen Wechseln unterzogen, kann zum Teil selber gestaltet werden – unterliegt aber auch äusseren Einflüssen, die wir kaum steuern können.

Wir können das Haus hübsch oder nachlässig einrichten, es regelmässig lüften oder vermiefen lassen. Bezeichnenderweise spricht man vom „Gefühlshaushalt“.
Für den Kontakt zum Aussen haben wir Fenster, um uns vor dem Aussen zu schützen dienen Storen und Alarmanlagen.

In der Emotionstheorie ist man sich nicht einig, wie viele Basisemotionen in uns wirken; man spricht von fünf bis acht „Kategorien“. Es gibt aber einen Konsens: sie sind dazu da sind, uns das Überleben als Individuum und als Gattung zu sichern. (Die Sache mit der Liebe ist eine andere Geschichte…)

Wir müssen also lebenserhaltende Vorkehrungen treffen: Heizen wenn wir zu erfrieren drohen, kühlen wenn sich der Hitzekollaps ankündigt; Vorräte anlegen; Türen und Fenster schliessen wenn Gefahr von aussen droht; Türen und Fenster öffnen bei abgestandener Luft; Ungeziefer fern halten; dafür sorgen dass die Versorgung mit Wasser und Strom gewährleistet ist … usw.

Wer kümmert sich um all das? Wer ist das?

Wenn wir gute Voraussetzungen für das Überleben geschaffen haben, können wir darüber hinaus einiges tun, um das Leben im Haus angenehm zu gestalten: Dem eigenen Geschmack entsprechend einrichten und dekorieren, die Wände bemalen und die Räume mit Musik beschallen.

Zwischendurch haben wir Besucher im Haus. Vielleicht auch ungebetene Gäste – die sich breit machen und sich an keine Regeln halten, die nicht mehr gehen wollen und viel Dreck produzieren. Aber auch angenehme Wesen können auftauchen – welche, die man gerne bei sich hat und die unser Haus wertschätzen. Und die wissen, wie viel Raum sie einnehmen dürfen.

Es trägt zum Glück bei, wenn uns die gute Atmoshäre im Haus ein Anliegen ist und wir dieser darum immer ein bisschen Beachtung schenken. Für Gäste, die die Beachtung brachial an sich reissen, sollten wir die Türe offen halten, damit wir sie im richtigen Moment nach draussen spedieren können.

(Vorsicht: sich ausschliesslich mit der Atmosphäre im Haus zu beschäftigen macht auch nicht wirklich glücklich; wir sind nicht die Atmosphäre. – Es ist hilfreich, sich nicht mit den Gefühlen zu identifizieren.)


Der Verstand
ist der Hausmeister.
Sein Aufgabengebiet ist klar umrissen:

  • Die Übersicht zu wahren über alles was sich im Haus befindet und zu wissen, wo was zu finden ist.
  • Zur richtigen Zeit die richtigen Dinge bereitzustellen.
  • Dafür zu sorgen, dass die Dinge geordnet bleiben und sich nicht irreführend mischen.
  • Bei Bedarf Neuanschaffungen zu organisieren und Unnützes platzsparend zu lagern.
  • Seine Kompetenzen zu kennen und sich nicht eigenmächtig Zuständigkeiten zu erschaffen.
  • Auf zurückhaltende, nützliche Art das Konstrukt Ego, das „ICH“, in Schuss zu halten.

Auch wenn der Verstand viel Macht hat im Haus, darf er sich keinesfalls so benehmen, als ob ihm das Haus gehören – und er im Zentrum stehen würde.
Wenn er einfach seine Arbeit verrichtet, können wir die laufend auf uns einprasselnden Eindrücke richtig einordnen und sinnvoll reagieren.
Das Entwickeln von Gedanken und Handlungen kann die Folge sein.
(Das Archiv sämtlicher Erfahrungen, die wir in unserem Leben je gemacht haben, steht dem Verstand hierfür zur Verfügung!)

Der Verstand hilft uns durch das Leben zu navigieren und uns als Person zu verorten.
Wer ist dieser Hausmeister?
Und was, wenn er seine Kompetenzen überschreitet?

Wenn er dies tut, kann er sich etwa die Zuständigkeit für Gefühle zuschanzen und sie mit Hilfe des Archivs auch gleich selber basteln. Er ist sehr geschickt darin!
Und so kann es leicht geschehen dass wir in wahren Gefühlswellen versinken, wenn wir an vergangene schöne, traurige oder beängstigende Situationen denken.

Der Verstand will alles einordnen können.
Wenn ihm das nicht gelingt (etwa weil er es mit einer neuen Erfahrung zu tun hat), schlägt er rasch mal Alarm und zaubert zum Beispiel Gefühle der Angst aus dem Hut. Schleier der Angst hindern uns dann, aus dem Haus zu schauen – auf das was wirklich ist.
Dies ist nur eines der vielen Missgeschicke, die dem Verstand in seinem Ordnungszwang unterlaufen können.

Mit Langeweile oder Stille kann’s der Verstand nicht so gut, er tut alles um einen derartigen Zustand zu vermeiden, – für ihn geht es dabei um „Leben und Tod“!
Steht gerade keine sinnvolle Aufgabe an, wühlt er halt im Archiv rum, bringt Dinge zusammen die nicht zusammen gehören, baut Geschichten und würzt sie mit „Gefühlen“.
Wenn wir die Produkte seiner Werkstatt mit dem realen Geschehen verwechseln, kann es leicht geschehen, dass wir uns mit unseren Gedanken identifizieren.

Es trägt zum Wohlbefinden bei, wenn wir dem Verstand nicht freie Hand lassen.
Seinen ständigen Kommentaren, Schlussfolgerungen und Anweisungen sollten wir mit einem gewissen gesunden Misstrauen begegnen.

Das Haus, die Atmosphäre, den Hausmeister und die Umgebung nicht aus dem Blick zu verlieren, ist manchmal gar nicht so einfach. Es hilft, das zu üben.
Interessiert? Dann gefällt Ihnen vielleicht der Blog-Artikel „Meditation ist keine abgefahrene Sache“

Auch das Team „Körper-Gefühle-Verstand“ ist natürlich auf guten Stand angewiesen.
Der Schild, der die drei Gesellen trägt, wird von vier Kreaturen gehalten, die für vier wichtige Aspekte unseres Lebens stehen:

Die erfüllenden Beziehungen, das schützende Zuhause, das gesicherte Einkommen und die Freude an der persönlichen Entwicklung.

Alle leisten gleich viel, sie verteilen die Aufgabe gerecht untereinander.

Ein Blick auf die Stützen, die die Stützen stützen:

Beziehungen zu anderen Menschen, zu unserer Umwelt, sind entscheidend für unser Wohlbefinden. Sind sie intakt, geht es uns meist recht gut.

Zerbricht aber die Liebesbeziehung oder eine Freundschaft, kann uns das ziemlich aus der Bahn werfen.

Werden wir am Arbeitsplatz gemobbt, kann uns das richtiggehend krank machen.

Ist unser Verhältnis zur Natur gestört (etwa wenn wir uns als von ihr abgesondert betrachten) kann das ein tiefgreifendes Gefühl von Entfremdung hervorrufen.

Die Versuche, diese Leere „mit Anderem“ zu füllen sind ganz schön anstrengend und kraftraubend.

Wenn Beziehungen gestört sind, sind sie als Stütze nicht mehr verlässlich.

Das Zuhause kann wortwörtlich das schützende, behagliche Dach über dem Kopf meinen oder aber ein grundsätzliches Gefühl von sich-heimisch-fühlen.

Sich immer wieder in das vertraute private Reich zurückziehen zu können, ist für die meisten Menschen wichtig.

In einer Wohnung zu leben, die man nicht mag und aus Not nicht verlassen kann. Die Kündigung des geliebten Zuhauses. Der Verlust des Hauses…

Es braucht wenig um diese Stütze zu schwächen.

Viele Menschen definieren sich über ihre Arbeit.
Der Stellenwert des Geldes ist hoch.

Man kann für seine Arbeit brennen oder sie als notwendiges Übel betrachten und sie einfach absolvieren.

So viel Geld zu haben dass es gerade fürs Überleben reicht oder sich mit Geld möglichst viel Macht und Status zu verschaffen, – dazwischen liegen Welten.

Wenn die Finanzen (etwa wegen Verlusts der Arbeit) wegbrechen und die Existenz bedroht ist, wird rasch klar wie wichtig diese Stütze ist.

Die Persönliche (Weiter-) Entwicklung als Stütze im ganzen Gefüge?
Und wie!

Lernen wir aus Erfahrungen? Bleiben wir neugierig auf uns und das Leben?

Finden wir zur Kreativität um uns in schwierigen Situationen selber aus dem Sumpf zu ziehen? (Oder gehen wir wenigstens zu Muzio ins Coaching?)

Halten wir die Frage nach dem Sinn unseres Seins lebendig?

Wissen wir, dass unsere Existenz unaufhörlich nach Wachstum verlangt? Nutzen wir dieses Wissen?

Diese Stütze kann die Wichtigste überhaupt sein. Sie können Sie stärken.
Mehr dazu unter RESET und im einen und anderen Blog.

Alle Aspekte unserer Befindlichkeit sind untrennbar miteinander verbunden.
Leidet einer von ihnen, werden andere stärker beansprucht.
Schenken wir einem von ihnen übermässig viel Aufmerksamkeit, kommen andere zu kurz.

Kurz zurück zum Coaching

Das 3-Ebenen-Modell ist also eine übersichtliche Orientierungshilfe.
Es ermöglicht, sich vom Einfachen ins Vertrackte vorzutasten – und das Vertrackte immer wieder auf das Einfache herunterzubrechen.

Gemeinsam hangeln wir uns durch das Gebilde. Diese erste Phase ist sehr ergiebig, macht die Struktur unserer künftigen Zusammenarbeit zunehmend sichtbar und leitet den Prozess ein.*

Rasch haben wir genügend „Material“ auf dem Tisch um das, beim Erstgespräch definierte, Ziel zu überprüfen und gegebenenfalls neu zu definieren. Jetzt ist auch der Moment um eine Roadmap zu erstellen.

Es ist unter anderem mein Job, die Roadmap während dem anschliessenden, mehrteiligen Prozess im Auge zu behalten und gegebenenfalls Routenänderungen vorzuschlagen. Ich sorge auch dafür, dass wir uns nach den – ebenfalls beim Erstgespräch gezogenen – Leitlinien richten.

Nach einem gelungenen Coaching haben Sie Ihr Ziel erreicht oder sind ihm zumindest ein gutes Stück näher.

* Die gleichen Gesetze lassen sich auch auf das Gleichgewicht in einem Team übertragen.
Dieser alte Kurzfilm in kläglicher Qualität zeigt das sehr schön auf.

Das Erstgespräch

Der erste Eindruck. Stimmt die Chemie?

Wir stellen uns einander vor.

Ich formuliere Sinn und Zweck dieses ersten Gesprächs, teile meine Gedanken zum Coaching als besonderem Beratungsformat und erläutere meinen Coaching-Ansatz.

Wir einigen uns bezüglich der Rollenverteilung im Coaching-Prozess.

Sie tragen Ihr Anliegen vor und äussern Ihre Wünsche und Erwartungen.
Gegebenenfalls hinterfrage ich Ihre die Ziele, um eventuelle unrealistische Erwartungen abzubauen.

Sie legen offen, wer ausser Ihnen selbst einen Einfluss auf den Coaching-Prozess haben könnte bzw. Erwartungen daran knüpft.

Ich erläutere den methodischen Rahmen und teile mit Ihnen meine erste Einschätzung hinsichtlich der Inhalte und der Dauer des Coachings.

Offene Fragen?

Wir klären die vertraglichen Voraussetzungen für das Coaching: Honorar, Zahlungsmodus, Dauer und Turnus der Sitzungen.

Wir vereinbaren gemeinsam die weitere Vorgehensweise.

Das Erstgespräch ist kostenlos.

Gesucht: Der beste Witz der Welt

Gesucht: Der beste Witz der Welt

2004 wurde im Rahmen eines wissenschaftlichen Projektes der beste Witz der Welt ermittelt.
Die Studie war einer der grössten sozialwissenschaftlichen Feldversuche, die es je gab.

Die Motivation hinter dem Versuch war, mehr über den Humor und dessen Funktion und Aussagekraft in verschiedenen Gesellschaften herauszufinden – ein Themenfeld, zu dem es bisher so gut wie keine Studien gab.

Über die Studie

Sie wurde von Richard Wiseman (Uni Hertfordshire) initiiert.
Menschen weltweit wurden aufgefordert, ihren Lieblingswitz per Internet ins „Laugh Lab“ einzusenden und die Witze anderer Menschen zu bewerten.

Die Projekt-Website von „Laugh Lab“ hatte zwei Bereiche:
In einem Teil konnten die Leute ihren Lieblingswitz eingeben und ihn an ein Archiv senden.
Im zweiten Bereich konnten die Teilnehmer einige einfache Fragen zu ihrer Person beantworten (z. B. Geschlecht, Alter und Nationalität) und dann auf einer fünfstufigen Skala von „nicht sehr lustig“ bis „sehr lustig“ bewerten, wie lustig sie fünf zufällig ausgewählte Witze fanden.

„Nebenprodukte“ des Projekts

Drei Monate nach Beginn des Projekts prüfte das wissenschaftliche Team die Daten zum ersten Mal eingehend.
Der beste Witz in diesem frühen Stadium (war von Geoff Anandappa aus Blackpool im Nordwesten Englands eingereicht worden und) handelte von dem berühmten fiktiven Detektiv Sherlock Holmes und seinem leidgeprüften Kumpel Dr. Watson:

Sherlock Holmes und Dr. Watson gingen campen. Sie schlugen ihr Zelt unter dem Sternenhimmel auf und legten sich schlafen.
Mitten in der Nacht weckte Holmes Watson auf: „Watson, schau nach oben und sag mir, was du siehst.“
Watson: „Ich sehe Abermillionen von Sternen.“
Holmes: „Und was schliessen Sie daraus?“
Watson: „Nun, wenn es Millionen von Sternen gibt, und wenn auch nur ein paar davon Planeten haben, dann ist es ziemlich wahrscheinlich, dass es da draussen einige Planeten wie die Erde gibt. Und wenn es da draussen ein paar erdähnliche Planeten gibt, dann könnte es auch Leben geben.“
Holmes: „Watson, Sie Idiot, das bedeutet, dass jemand unser Zelt gestohlen hat.“

Während des Projekts hat Wiseman einige der bekanntesten britischen Wissenschaftler und Wissenschaftsautoren gebeten, ihre Lieblingswitze bei LaughLab einzureichen.
Der Witz, der in der Kategorie „Bester von einem bekannten Wissenschaftler eingereichter Witz“ gewonnen hat, wurde vom Nobelpreisträger und Chemieprofessor Sir Harry Kroto eingereicht:

Ein Mann geht die Strasse entlang, sieht einen anderen Mann mit einem sehr grossen Hund und spricht ihn an:
„Beisst Ihr Hund?“
„Nein, mein Hund beisst nicht“.
Der Mann tätschelt daraufhin den Hund, dieser beisst ihm die Hand ab.
„Sie sagten, Ihr Hund beisst nicht!!“.
„Das ist nicht mein Hund“.

Das wissenschaftliche Team untersuchte in der ersten Phase der Studie nebenbei auch andere Quellen des Humors – zum Beispiel Computer.
(Dr. Graham Ritchie und Dr. Kim Binsted hatten Jahre zuvor ein Computerprogramm entwickelt, das Witze produzieren konnte.)
Es stellte sich die Frage, ob Computer witziger sind als Menschen, und so wurden einige der besten computergenerierten Witze ins LaughLab eingegeben – aber nicht als „künstlich“ deklariert.
Die meisten dieser Witze erhielten niedrigste Bewertungen im Archiv.
Einer war jedoch überraschend erfolgreich und schlug rund 250 menschliche Witze.
Er funktioniert nur auf Englisch:

What kind of murderer has fiber? A cereal killer.

Ebenfalls in einer frühen Phase der Studie erhielt das Team die folgende Einsendung:

Zwei Kühe stehen auf einer Wiese. Die eine sagte: „Muh.“
Die andere: „Das wollte ich auch gerade sagen!“

Die Studienleiter beschlossen, diesen Witz als Grundlage für ein kleines Experiment zu verwenden.
Sie gaben den Witz mehrmals ins Archiv ein, wobei sie andere Tiere und andere Geräusche einsetzten.
Zwei Tiger machten „Grrrr“, zwei Vögel „Tschilp“, zwei Mäuse „Uiik“, zwei Hunde „Wau“, und so weiter.
Am Ende der Studie untersuchten sie, welchen Einfluss die verschiedenen Tiere darauf hatten, wie lustig die Leute den Witz fanden.
An dritter Stelle kam der Kuhwitz, an zweiter Stelle die zwei Katzen, die „Miau“ machten. Der Siegerwitz in dieser gefakten Kategorie war:
Zwei Enten saßen in einem Teich, eine der Enten sagte: „Quak“.
Die andere Ente sagte: „Das wollte ich auch gerade sagen!“
(Die Erklärung erspare ich Ihnen, der Clou funktioniert nur in der englischen Sprache und mit einigen zusätzlichen Infos.)

Geschafft!

Am Ende des Projekts waren 40.000 Witze eingegangen, rund 500’000 Menschen aus 70 Ländern hatten sich mit Beiträgen und Bewertungen beteiligt.
Das Experiment war ein riesiger Erfolg, die Wissenschaftler stellten einen Guinness-Weltrekord auf für die Durchführung eines der grössten Experimente der Geschichte und schafften es auf die Titelseite von The New Yorker. 

Die Ergebnisse und DAS Ergebnis

Deutsche sind für Witze am anfälligsten

Ein Ergebnis der Studie ist, dass die deutschen Teilnehmenden die Witze im „Laugh Lab“ im Vergleich mit allen anderen teilnehmenden Nationen am witzigsten fanden.
Wiseman legt Wert darauf, dass die Deutschen die Gesamtheit der Witze, also sowohl die schlechten als auch die guten, besonders witzig fanden. Das bedeutet, dass die Deutschen keinen besonders ausgeprägten Humor haben, sondern dass sie bei dem, über was sie lachen, nicht besonders wählerisch sind.
Verbunden mit diesem Ergebnis fiel Wiseman ein interessanter Zusammenhang auf:
Je zufriedener sich die Menschen einer Nation fühlen, desto weniger konnten sie über die Witze im „Laugh Lab“ lachen.

Die Kanadier gelten als sehr zufriedenes Volk und fanden die Witze des „Laugh Lab“ von allen Nationen am wenigsten witzig.
Die Deutschen, die als eher unzufrieden mit der eigenen Situation gelten, fanden sie am besten.
Es scheint so, als lechze ein vermeintlich unglückliches Volk wie die Deutschen nach möglichst vielen Anlässen zum Lachen.
Ein anderes Ergebnis der Studie untermauert diese These: Bei fast jedem Volk liess sich eine Vorliebe für eine bestimmte Art von Witz erkennen – nur nicht bei den Deutschen. Die können über fast alles lachen.

Britischer und nordamerikanischer Humor

Britischer Humor ist, so die gängige Meinung, ein eher intelligenter und auf Wortwitz beruhender Humor. Der ermittelte Lieblingswitz der Engländer spiegelt das jedoch kaum wider:

Eine Frau steigt mit ihrem Baby in einen Bus.
Der Busfahrer sagt: „Das ist das hässlichste Baby, das ich je gesehen habe!“
Stinksauer setzt sich die Frau in den hinteren Teil des Busses und sagt ihrem Sitznachbarn:
„Der Fahrer hat mich beleidigt.“
Daraufhin sagt der Mann: „Gehen Sie ruhig nach vorne und beschweren sich – ich halte solange den Affen für Sie.“

Wiseman hat einige der britischen Witze in den USA erzählt und kam zu dem Ergebnis, dass die Amerikaner über britischen Humor nicht lachen können.
Das lag häufig daran, dass die Menschen in den Staaten den Wortwitz und den Hintersinn in den englischen Witzen nicht dechiffrieren konnten beziehungsweise nicht verstanden.

Menschen aus Nordamerika mögen „Überlegenheitswitze“,

also Witze, bei denen eine Seite die andere dominiert und dumm aussehen lässt.
Entsprechend liest sich der Lieblingswitz der Kanadier:

Als die NASA damit begann, Astronauten in den Weltraum zu schicken, fanden sie schnell heraus, dass Kugelschreiber in der Schwerelosigkeit nicht funktionieren. Um dem Problem zu begegnen, forschte die NASA ein Jahrzehnt und gab zwölf Milliarden Dollar aus, um einen Stift zu entwickeln, der in der Schwerelosigkeit schreibt, kopfüber, unter Wasser, auf allen Oberflächen und bei fast jeder Temperatur. Die Russen benutzten einen Bleistift.

Der exotische Witz

Viele Witze haben einen stark regionalen Charakter. Sie werden ausserhalb einer Landesgrenze oder eines bestimmten Kulturkreises kaum verstanden werden – sei es, weil sie die Kenntnis bestimmter kultureller Eigenarten voraussetzen oder weil sich der Wortwitz nicht übersetzen lässt.
So erzählte zum Beispiel ein ägyptischer Junge Dr. Wiseman folgenden Witz:

Warum geht ein Kamel durch die Wüste? – Weil es auf die andere Seite will!

Humor ist auch eine Frage der Herkunft

Extrem kompliziert ist die humoristische Kontaktaufnahme mit Japan.
Dr. Wiseman fand zwar auch Witze, die in ihrer Struktur westlichen Witzen ähnlich sind. In Tokio etwa lachen die Menschen gerne über Witze, die die Enge in der Stadt thematisieren.
Doch der Grossteil der Witze wird das Zwerchfell des westlichen Publikums wohl nicht in Bewegung bringen. Ein kurzes (!) Beispiel:

Da sind zehn Ameisen. Und danke!

Kinder und Ältere – Lachen unter der Gürtellinie

Auch innerhalb eines Landes lachen Menschen nicht über die gleichen Witze.
Dr. Wiseman fand heraus, dass Kinder über andere Dinge lachen als alte Menschen. Beide Gruppen teilen jedoch die Vorliebe für rüde Witze.
Bei Kindern steht der Fäkalhumor ganz hoch im Kurs und auch bei den älteren Menschen wird es meist erst unter der Gürtellinie wirklich witzig:

Ein Mann sagt zu seiner Frau:
„Auf deinem Grabstein wird einmal stehen: Hier wohnt Betty Spencer, die schönste Frau, die jemals das Licht der Welt erblickte.“
Sagt sie:
„Oh, das ist aber nett. Auf deinem wird stehen: Hier ruht Frank Spencer, im Tode endlich doch noch steif.“

Das ist ein Witz, der noch ein anderes Ergebnis der Studie verdeutlicht: Menschen erzählen Witze, um Tabuthemen, wie in diesem Beispiel Tod oder Impotenz, besser zu verarbeiten.
Spezifische Lebensängste finden sich häufig in den Witzen der jeweiligen Altersgruppen wieder.

Mann und Frau – die feinen Unterschiede

Zwischen den Geschlechtern sind die humoristischen Gräben tief.
Männer neigen dazu schweres Geschütz aufzufahren, wenn sie über Frauen Witze machen. Sie sind im Kampf der Geschlechter aggressiver:

Ein Mann wird von der Polizei angehalten. Der Polizist fragt: „Haben Sie nicht gemerkt, dass Ihre Frau und Ihre Kinder aus dem Auto gefallen sind?“ „Gott sei Dank“, sagt der Mann, „ich dachte schon, ich sei taub geworden.“

Frauen spassen subtiler. Sie mögen Wortwitze und Sprachspiele. Wiseman zieht daraus einen Rückschluss auf andere Studien, die besagen, dass Frauen sprachbegabter sind als Männer:

Ein stolzer Vater hat sechs Kinder.
Er ruft seine Frau zu deren Missfallen immer „Mutter von Sechs“.
Eines Abends auf einer Party brüllt er quer durch den Raum: „Mutter von Sechs, wir gehen jetzt.“
Sie antwortet: „Bin gleich soweit, Vater von Vieren.“

Der beste Witz der Welt?

Der Weg zum besten Witz der Welt war lang und nahm sehr viele Umwege.
Wie bei jeder wissenschaftlichen Studie muss man auch hier die Störfaktoren berücksichtigen, die Einfluss auf die Auslese genommen haben.
Zum einen wurden viele Witze durch die erwähnten kulturellen und sprachlichen Barrieren ausgeschlossen.
Auch Dr. Wiseman und sein Team hatten einen großen Einfluss auf das Ergebnis, da sie allzu derbe Witze aus dem Wettkampf genommen haben.

Das Resultat ist ein Witz, der den Geschmack der Massen trifft, der grösste humoristische Nenner, aber eben kein echter Knaller.
Das weiss auch Dr. Wiseman: „Lauthals zum Lachen bringt er die meisten nicht. Unser bester Witz ist ein Witz, der im bescheidenen Masse den meisten Menschen am besten gefällt.“

Und hier ist er endlich:

Zwei Jäger gehen auf die Jagd und wandern durch den Wald.
Plötzlich greift sich der eine an die Kehle und stürzt zu Boden.
Der andere Jäger gerät in Panik und ruft den Notarzt an: „Ich glaube mein Freund ist tot, was jetzt?“
Der Arzt versucht ihm zu helfen: „Beruhigen Sie sich! Zunächst einmal müssen Sie sicher gehen, dass Ihr Freund wirklich tot ist.“
Kurze Pause, dann ein Schuss.
Der Jäger meldet sich wieder am Telefon. „OK, erledigt, und was jetzt?“

Der Gewinnerwitz war von einem Psychiater aus Manchester in Großbritannien namens Gurpal Gosall eingereicht worden.
Dr. Wiseman setzte sich mit Gurpal in Verbindung, und der erklärte ihm, dass er den Witz manchmal seinen Patienten erzähle um sie aufzuheitern. Er habe bemerkt, dass die Leute sich durch diese verstörende Geschichte besser fühlen – weil es sie daran erinnert, dass es immer jemanden gibt, der sich doofer anstellt als sie selbst.

Zugabe

1001 der rund 40’000, im LaughLab archivierten, Witze können Sie hier herunterladen. (Englisch)

Dr. Wiseman (Bild unten) erzählt mehr über das Projekt LaughLab in seinem Buch „Quirkology“.
Wiseman ist ein sehr neugieriger, witziger und kreativer Mensch. Gerne empfehle ich  den Besuch seines Youtube-Kanals „Quirkology – Quirky stuff for curious minds„.

Dieser Beitrag enthält (z.T. gekürzte / veränderte) Teile eines Textes von Götz Bolten, Redakteur beim WDR.

Michael Titze und die 55 Antworten

Michael Titze und die 55 Antworten

Es gibt einige Namen, die man kennen sollte, wenn man mit seinen Gelotologie-Kenntnissen prahlen will.
Beachten Sie die kurze Liste am Ende dieses Blogs.

Mit Michael Titze mache ich Sie hier bekannt, weil er auf seiner Webseite fünfundfünfzig sehr unterschiedliche, die Gelotologie betreffende, Fragen kurz und verständlich beantwortet.
(Einzelne Fragen / Antworten wiederholen sich bzw. tauchen in veränderter Form mehrfach auf. Egal.)

Hier eine Auswahl:

Was löst das Lachen aus?

Es gibt zunächst den rein körperlichen Reiz, also das Kitzeln. Auch das Lachen anderer Menschen regt uns selbst zum Lachen an. Eine besondere Bedeutung hat aber das Kontrasterlebnis: Wir lachen, wenn der »normale Lauf der Dinge« abrupt unterbrochen wird, wenn plötzlich etwas völlig Unerwartetes eintritt, das unser geregeltes Denken abblockt.
Solange unser »Denkapparat« aktiviert bleibt, lachen wir nicht so intensiv wie bei einer wirklich »primitiven«, also rein körperlichen Reizung. Deshalb verzichtet man beim sog. Reflexlachen (das für therapeutische Zwecke genutzt wird) auf verbale Auslösereize.

Was passiert bei einem Lachkrampf?

Das Lachen ist ein Sieg des Körpers über den Verstand, der beim besten Willen passen muss.
Im Gegenteil: Je mehr sich der Verstand diesem anarchischen Reflex widersetzt, desto schlimmer wird es.
Im echten Lachen wird die lebenslang eingeübte Selbstkontrolle so außer Kraft gesetzt, dass manche Körperfunktionen regelrecht entgleisen können:
So können Tränen fließen, und man macht sich gelegentlich sogar in die Hose. Es kommt zu krampfartigen Muskelzuckungen, die besonders im Bauchbereich schmerzhaft sein können.
Der geregelte Atemfluss wird unterbrochen, so dass viel mehr Luft eingeatmet wird als im Normalzustand. Und die Stimmbänder werden intensiv zum Schwingen gebracht, so dass sich das typische Wiehern und Brüllen ergibt, das man als schallendes Gelächter bezeichnet.
Aber keine Angst: Das dauert nicht ewig. Über kurz oder lang ist dieses physiologische Gewitter verflogen, und der Verstand darf die Urgewalt des Körpers wieder beherrschen.

Warum fangen wir plötzlich an zu lachen, wenn jemand irgendeinen Schwachsinn erzählt?

Es ist das Kontrasterlebnis: Der Zusammenprall von Vernunft und Unvernunft bringt den normalen Ablauf unseres Denkens zu einer Art Entgleisung.
»Wir können nicht mehr …«, heißt es bei solchen Gelegenheiten häufig – und so überlassen wir uns eben der Spontanreaktion unseres Körpers, die sich dann im Lachen entbindet.

Warum lacht der Mensch?

Manche Verhaltensforscher vermuten, dass das Lachen – wie das Weinen und das Schreien – eine ganz archaische Form der Kommunikation ist.
Wer lacht, fühlt sich gut und selbstsicher (das deuten auch die »gefletschten« Zähne an – ein Hinweis auf durchsetzungsfähige Aggressivität!).

Dabei erfüllt das Lachen zwei Funktionen:
Dem Außenstehenden, Gruppenfremden gegenüber soll es Überlegenheit, Spott, Hohn signalisieren, also ein »Auslachen« sein.
nnerhalb der eigenen Bezugsgruppe bringt das Lachen jedoch eine lustvolle Spannungslösung zum Ausdruck, wie sie dann eintritt, wenn eine gemeinsame Aufgabe erfolgreich bewältigt bzw. eine Gefahr gemeinsam abgewehrt wurde.
Demnach wäre Lachen als ein ritualisiertes Triumphgeschrei zu verstehen, das eine Gruppe im Bewusstsein eigener Macht und Überlegenheit bestärkt.
Diese Art des Lachens erfüllt eine wichtige adaptive Funktion: Die Angehörigen der entsprechenden Bezugsgruppe stimulieren sich gegenseitig im lustvollen Erleben von Überlegenheit; sie bauen gemeinsam ein Zusammengehörigkeitsgefühl auf, das Gruppenfremde ausschließt.

Warum muss man oft gerade dann lachen, wenn man eigentlich ernst bleiben muss?

Also zum Beispiel bei Vorträgen, bei Passkontrollen, Beerdigungen usw.?
Das Lachen ist – wie George Orwell einmal erklärte – eine kleine Revolte, also ein trotziges Aufbegehren gegen die Normen von Verstand und Moral. Je rigider diese Normen sind, desto aufregender, spannender, lustvoller ist es, sie zu verletzen.
Unser soziales Zusammenleben wird durch eine Vielzahl von rationalen Normen und Vorschriften geregelt, die unsere ursprüngliche Impulsivität in die Schranken weisen, also hemmen. Im Lachen bricht diese normative Begrenzung schlagartig auf:
Der lachende Mensch regrediert auf eine Entwicklungsstufe, auf der eine rationale Impulskontrolle (noch) nicht funktioniert. Hier übernimmt die »Weisheit des Körper« die Regie, indem sie den rationalen Zwang zur Selbstbeherrschung, Unauffälligkeit, Angepasstheit und gutem Benehmen aushebelt.
Vor dieser impulsiven Trotzmacht müssen Verstand und Gewissen kapitulieren.
Je mehr also bei einer Beerdigung, einem Vortrag oder einer Passkontrolle gegen den anarchischen Lachimpuls angekämpft wird, desto mehr wird dieser verstärkt.

Verbessert Lachen die Laune oder lache ich, weil ich gute Laune habe?

Beides ist richtig: Lachen erzeugt gute Laune und aus einer guten Laune heraus kann ich dann wieder herzlicher und intensiver lachen, so dass noch mehr gute Laune entsteht … Wer sich bewusst entscheidet, ausgiebig zu lachen, setzt also einen positiven Kreislauf in Gang.

Soll man bewusst lachen?

Unbedingt! Leider sperren sich manche Menschen gegen die vielen Anlässe, die sie zum Lachen bringen können.
Wir sollten es umgekehrt machen: systematisch nach komischen Auslösereizen suchen, die den Lachreflex in Gang setzen. Es steht in unserer Macht, dem Alltag viele lustige Seiten abzugewinnen, mit unseren Mitmenschen Scherze und Witze auszutauschen und uns in unserer Freizeit bewusst auf humorige Situationen einzulassen, z.B. uns lustige Filme und Komödien anzusehen.

Wie geht das?

Eine Möglichkeit, um in ein langes und herzhaftes Lachen zu kommen, ist die von Dr. Madan Kataria aus Bombay entwickelte Methode. Sie basiert auf Elementen des Yoga und ist strikt »nonverbal«.
In Indien treffen sich inzwischen tagtäglich Zehntausende von Menschen auf öffentlichen Plätzen, um sich in diesem speziellen Lachen zu üben, zu erheitern und gesundheitlich zu stärken.
Auch in in anderen teilen der Welt haben sich derartige »Lachklubs« bereits etabliert.
Man kann aber auch Tonbänder abhören, auf denen das vielstimmige Gelächter von Menschen aufgenommen ist, die sich mehr als eine halbe Stunde einem derartigen »Reflexlachen« hingeben.
Indem man sich einfach »einklinkt« (was nach wenigen Minuten immer gelingt) ist man ein Teil dieser Lachgruppe, egal ob man daheim im Sessel sitzt oder sich in einem Stau auf der Autobahn befindet.

Kann man Lachen lernen?

Besser müsste es heißen: wieder erlernen! Denn als Kinder haben wir problemlos gelacht, weil wir uns nicht so viele Gedanken über die Reaktion der Umwelt gemacht haben. Wir haben uns weniger kontrolliert, waren weniger auf Selbstbeherrschung eingestellt.
Wer Lachen als Erwachsener (wieder) lernen will, sollte sich deshalb sein inneres Kind zum Vorbild nehmen!
Es ist die spontane Spielfreude des Kindes, die diesen Prozess in Gang setzen kann: Spiel ist kreative Bewegung, die aus dem Bauch kommt. Wer sich zu viele Gedanken macht, wer alles richtig machen will, wer ja nicht unangenehm auffallen oder sich blamieren will, der sollte diesen Weg unbedingt gehen!
Gute Anregungen findet man in den Lachclubs, die es inzwischen vielerorts gibt. Dort wird konsequent nonverbal agiert, also nicht diskutiert (es werden auch keine Witze erzählt!), sondern nur gespielt und gelacht.

Ist es besser allein oder in der Gruppe zu lachen?

Auf jeden Fall in der Gruppe. Lachen ist bekanntlich »ansteckend«. Wenn wir zusammen mit anderen lachen, entsteht eine gemeinschaftliche Heiterkeit, die wir auch von anderen Anlässen her kennen.

Wenn einem die Tränen kommen, wird es dann zuviel?

Lachtränen fließen, weil der sog. Lachmuskel auch die Muskulatur einbezieht, die den Tränensack umschließt. Alles, was dann geschieht, ist reine Befreiung: Wir vergießen nur die Tränen, die wir zuvor zurückgehalten haben.

Wie wird Lachen bei Krankheiten eingesetzt?

Es gibt die Möglichkeit, das reine Reflexlachen zum Beispiel zur Stärkung der Immunabwehr gezielt einzusetzen. Daneben gibt es inzwischen eine Reihe von psychotherapeutischen Verfahren, die – wie etwa die Provokative Therapie – ausdrücklich humorbezogen sind. Hier geht es aber stets um die »Umstellung« selbstschädigender Einstellungen. Der Patient soll lernen, das Leben aus einer anderen, heiteren Perspektive anzupacken. Dass dieser Umstellungsprozess auch mit Lachen einhergeht ist selbstverständlich.

Ist das eine ernsthafte Therapie?

Wie wir in unserem Buch »Therapeutischer Humor« (Fischer TB, Nr. 12650) gezeigt haben, kann ein humorbezogenes Vorgehen bei fast sämtlichen der schon bekannten psychotherapeutischen Verfahren eine sinnvolle Ergänzung darstellen.
Dabei muss man unbedingt zwischen Unterhaltungshumor und therapeutischem Humor unterscheiden. Letzterer zielt nicht darauf ab, den Patienten um jeden Preis zum Lachen zu bringen. Es soll vielmehr ein Prozess angeregt werden, der zu einer selbstbejahenden, mutigen Einstellung führt, die mit Heiterkeit und Lebensfreude einhergeht.
Dies habe ich in meinem Buch »Die heilende Kraft des Lachens beschrieben«. Allerdings gibt es auf dem »Psycho-Markt« auch Angebote, die mit therapeutischem Humor nichts mehr zu tun haben, sondern nur auf den schnellen, reißerischen Effekt abzielen. Diese »Verfahren« sind sicher nicht ernsthaft.

Und die Kassen lachen sich ins Fäustchen …

Lachen »auf Krankenschein« gibt es, zumindest in Europa, bislang nicht. In sehr vielen amerikanischen Krankenhäusern gibt es jedoch fest angestellte »Humorberater«.
»Gelächterzimmer« wurden etabliert, und therapeutisch wirksame Humor- und Lachprogramme werden angeboten. Viele Krankenschwestern und (Kinder-)Ärzte haben sich zum »Klinik-Clown« fortgebildet. Diese erfreuliche Tendenz besteht auch in Deutschland, Österreich und in der Schweiz, wo es eine Reihe von Vereinen gibt, die »Klinik-Clowns« bzw. »Clowndoktoren« ausbilden.

Wo findet man Therapeuten, die einen zum Lachen bringen?

Es gibt nur wenige Therapeuten, die qualifiziert mit therapeutischem Humor arbeiten.
Die meisten haben sich in der Fachgesellschaft »HumorCare« zusammengeschlossen, die ihren Sitz in Deutschland und in der Schweiz hat und Interessierten entsprechende Auskünfte erteilt (s. www.humorcare.com)

Gibt es wirklich Lachclubs und sind sie zu empfehlen?

Der erste »Lach(yoga)club« wurde am 13. März 1995 von Dr. Madan Kataria, dem Urheber von Lachyoga, in Mumbai/Indien gegründet.
Nach seinen Aussagen haben sich Lachclubs auf allen Kontinenten ausgebreitet und es sollen heute circa 6000 Lachclubs in 72 Ländern existieren (Stand 11.2014).
Die Methode des Lachyogas möchte die Praktizierenden mit einfachen, spielerischen Übungen zum Lachen anregen, um die wissenschaftlich nachgewiesenen positiven gesundheitlichen Effekte des Lachens für Körper und Geist zu erzielen.
Grundsätzlich kann jeder Lachyoga in einem Lachclub unter der Leitung eines nach Dr. Katarias Richtlinien ausgebildeten Lachclub-Leiters ausüben. Lachyoga ist eine aerobische Übung, bei der circa 100 Muskeln aktiviert werden, was mit einer leichten Anstrengung einhergeht, bei der auch der Puls ansteigt.
In Zweifelsfällen sollte bei gesundheitlichen Vorbelastungen der behandelnde Arzt konsultiert werden. Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass Lachyoga bei psychischen Erkrankungen nicht kontrainidiziert ist und bei bestimmten psychischen Erkrankungen messbare positive therapeutische Effekte auslöst.

Wie oft soll man eigentlich lachen – welches Maß ist gesund?

Meine persönliche Empfehlung ist, jede passende Gelegenheit zum Lachen wahrzunehmen. Wer sich einer Gruppe anschließt, in der das »Reflexlachen« praktiziert wird, sollte dies ein bis zweimal in der Woche für jeweils 15-30 Minuten tun.

Kann Lachen auch krankhaft sein?

Ja. Dr. Raymond Moody hat in seinem Buch »Lachen und Leiden« ausführlich über Fälle berichtet, bei denen Lachen ein Krankheitssymptom darstellt. Dies ist insbesondere bei bestimmten neurologischen Erkrankungen der Fall, nämlich bei der Pseudobulbärparalyse, der Muskelatrophie und der multiplen Sklerose.

Wer zu viel lacht wirkt unernst, lächerlich – ist das eine Gefahr?

Lächerlich wirken häufig Menschen, die sich bemühen, möglichst normal zu wirken. Diese Menschen nehmen das Leben viel zu ernst. Das Lachen der anderen empfinden sie als Gefahr, weil sie sich ständig davor fürchten, ausgelacht zu werden. Wenn sie selbst einmal lachen, wirkt dies gekünstelt und verkrampft. Echtes Lachen ist demgegenüber nie lächerlich, möglicherweise aber für sehr ernste Zeitgenossen durchaus befremdlich.

Worüber lachen wir am liebsten?

Diese Frage hat uns schon Erich Kästner aufgeworfen:
»Worüber lacht der Mensch? Er lacht, wenn man ihn kitzelt. Oder er lacht, wenn er andere lachen hört. Aber worüber lacht der Mensch, wenn sein Herz und sein Verstand bei der Sache sind? Das ist rasch gesagt: Er lacht über Kontraste!«
»Kontraste« ergeben sich immer dann, wenn der gewohnte Lauf der Dinge – das, was wir als »normal« auffassen – plötzlich abbricht, wenn etwas Unerwartetes auftritt.
Das kann schon der Fall sein, wenn ein Opernsänger einen Schluckauf kriegt oder eine Autoritätsperson auf der berühmten Bananenschale ausrutscht.
Ob wirklich herzhaft gelacht werden darf, hängt auch von der Kontrolle unseres Gewissens ab. Im Grunde ist jeder Humor mehr oder weniger schadenfreudig. Sigmund Freud führte das Lachen deshalb auf »erspartes Mitleid« zurück. Wer also sehr gewissenhaft ist, wird sich das Lachen in den oben angeführten Fällen »verkneifen«.
Von harmlosen Kontrasten leben etwa absurde Witze, paradoxe Wortspiele und geistreiche Scherze.

Worüber lacht man in anderen Kulturen?

Auch hier sind es grundsätzlich Kontrasterlebnisse. Allerdings bestimmen die kulturellen Gewissensbarrieren, wie viel Schadenfreude dabei einfließen darf.
In der Antike empfand man das herzlose Verhöhnen behinderter Menschen als lustig.
m heutigen China werfen Zoobesucher Krokodilen kleine Küken zum Fraß vor – und amüsieren sich dabei köstlich.
Dies wäre bei uns undenkbar, obwohl auch wir über Normverletzungen lachen. Allerdings beziehen sich diese in der Regel auf weniger grausame Inhalte. Zum Beispiel lacht der deutsche Fernsehzuschauer am liebsten über Zoten, wie Harald Schmidt kürzlich feststellte.
Das liegt auf der Ebene eines Humors, den schon Kinder besonders lieben – wenn man den Aussagen des Psychoanalytikers Ernest Borneman Glauben schenken will, der hunderte von entsprechenden Beispielen analysiert hat.

Was ist Humor?

Die eingängigste Definition des Humors stammt von Groucho Marx, dem bekannten amerikanischen Komiker:
»Humor is reason gone mad« (»Humor ist Vernunft, die verrückt wurde«).
Das »Verrücken« der Grenzen jener Sphäre, in der sich unser in jeder Hinsicht geregeltes Erwachsenenleben abspielt, ist tatsächlich von zentraler Bedeutung. Nur in dieser Sphäre sind wir »normal« – und zwar insofern, als wir genau das denken und tun, was »man« im Allgemeinen von uns erwartet. Damit ist die Spontaneität natürlich eingeschränkt.
Wir können nicht nach Lust und Laune das tun, wonach uns gerade der Sinn steht. Sigmund Freud sprach in diesem Zusammenhang vom »Realitätsprinzip«.
Der Humor bricht diese normative Begrenzung auf. Er eröffnet uns den Zugang zur ungeregelten Welt des Kindes (in uns). In dieser Welt herrscht das kreative Chaos. Sie wird vom Freudschen »Lustprinzip« beherrscht.
Dem Erwachsenen eröffnet sich diese Welt im Traum, aber auch im künstlerischen Wirken – und natürlich im Humor.
Allerdings ist der Humor in beiden Welten verwurzelt: Er ist somit ein Grenzphänomen, das die Welt des Erwachsenen mit der des Kindes »bisoziiert« (Arthur Koestler), um eine Synthese zu schaffen, die »lustig« und gewitzt ist. (Witz, Wissen und Weisheit haben die gleiche etymologische Wurzel!)

Wie kann Humor als Therapeutikum eingesetzt werden?

Indem wir lernen, das Leben »mit positiven Augen« zu betrachten. Dabei sollten wir Niederlagen und Schicksalsschläge bewusst relativieren, nach dem Motto: »Es hätte noch viel schlimmer kommen können!«
Durch diesen abwärts gerichteten Blick können wir uns all der großen und – vor allem – kleinen Dinge bewusst werden, die uns gelungen sind. So entsteht eine heitere Dankbarkeit, die immer wieder optimistisch stimmt – selbst dann, wenn »aus Vernunftsgründen« eigentlich die Flinte ins Korn geworfen werden müsste!

Wie entstehen eigentlich Witze?

Witze sind die Schöpfung von Menschen, die einen Spaß an jeglicher Art von Normverletzung haben.
Da der Witz ein intellektuelles Wortspiel ist, müssen diese Menschen einerseits sehr klug sein, andererseits muss es ihnen Vergnügen bereiten, gerade die Klugheit auf die Schippe zu nehmen.
So entstehen logische Brüche – oder eben »Kontraste« zwischen normalem und absurdem Denken. Wichtig für die Konstruktion eines Witzes ist seine Knappheit und Kürze. Langatmigkeit ermüdet den Zuhörer.
Das Kontrasterlebnis ergibt sich aus der Pointe, der endgültigen Zuspitzung der witzigen Erzählung. Hier lässt sich auch von einem Paradebeispiel der Schlagfertigkeit sprechen.
Nur unter dieser Voraussetzung wird ein Witz, der ursprünglich die Erfindung eines unbekannten Kreativen war, zum Gemeingut, indem er – oft über Jahrzehnte hinweg – weitererzählt wird.

Hilft Humor bei Krankheiten?

Lachen federt Schicksalsschläge ab und vermittelt dem Patienten das Gefühl existenzieller Unverletzbarkeit zurück.
Tatsächlich kann Humor in vielen schwierigen Situationen helfen. Dies gilt etwa, wenn man in eine existenzielle Krise kommt.
Humorvoll zu handeln, entspricht der Kompetenz, das scheinbar Unabänderliche zu relativieren. Diese Kompetenz bedarf eines konsequenten Trainings. Zum Beispiel, indem man übt, unlogische Zusammenhänge herstellen, etwa in Anlehnung an Woody Allen: »Das ewige Nichts ist okay, wenn man entsprechend gekleidet ist.« Oder: »Es ist unmöglich, unvoreingenommen seinen eigenen Tod zu erleben und ruhig weiter zu singen«.
Durch bewusste logische Regelverletzungen und gezielte Blödeleien werden festgefahrene rationale Denkmuster durchbrochen.
Ein Beispiel gibt Karl Valentin: »Wissen Sie schon, dass man ein weiches Ei nicht als Zahnstocher benutzen soll?«. Derartige Blödeleien, konsequent geübt, lassen einen kreativ werden und man kommt unweigerlich auf neue Ideen. Selbst existenziell bedeutsame Probleme werden so relativiert, weil das Unvollkommene und Fehlerhafte im Leben aus einer neuen Perspektive bewertet wird.

Das Mühsame an der Unendlichkeit ist, dass sie so lange dauert.
Vor allem gegen Schluss.

(Einer meiner Lieblinge! Anmerkung Francesco Muzio)

Warum lacht man über Witze über den 11. September, über Krankheit und Tod? Was ist die Funktion solcher Witze?

Das Lachen ist – wie George Orwell einmal erklärte – eine kleine Revolte, also ein Aufbegehren gegen die Normen von Verstand und Moral.
Je rigider diese Normen sind, desto aufregender, spannender, lustvoller ist es, sie zu verletzen. Natürlich ist das unvernünftig, doch der Humor entfaltet sich gerade dort am konsequentesten, wo gesellschaftliche Konventionen übertreten werden, die zu einer kulturell gewünschten Affekthemmung führen sollen.
Sigmund Freud hat die entsprechende Enthemmung, die sich im Lachen ergibt, als Voraussetzung für einen ganz ursprünglichen Lustgewinn gesehen. Obwohl dieser Lustgewinn moralisch bedenklich ist, wirkt er sich trotzdem; immer wieder belustigend aus. George Mikes meinte dazu: Witze sind besser als Kriege. Selbst der aggressivste Witz ist besser als der unaggressivste Krieg.

Wem raten Sie, eine humorbezogene Therapie zu beginnen?

Jedem, der zu gewissenhaft ist, der zu Perfektionismus und skrupulöser Selbstkontrolle neigt.
Das sind Menschen, die in der ständigen Angst leben, etwas falsch zu machen, unangenehm aufzufallen und sich dadurch lächerlich zu machen.
Diese Menschen »denken doppelt«: Sie fragen sich ständig: Was denken die anderen über mich, wenn ich nicht »alles richtig mache«? Diese Menschen müssen einen »Mut zur Unvollkommenheit« (der bereichsweise dem »Mut zur Lächerlichkeit« entspricht) entwickeln, der nur dann entsteht, wenn ich mir weniger Gedanken über mein Tun mache, wenn ich mich spontan und bedenkenlos auf das einlasse, was Spaß macht.
Die Fähigkeit, über sich selbst lachen zu können, ist dabei eine Grundvoraussetzung für diesen heilsamen Einstellungswandel.

Sind innere Zufriedenheit und Lebensfreude wichtiger als ausdrückliches Lachen?

Echtes (herzhaftes) Lachen stellt sich spontan nur dann ein, wenn ich mich von all dem innerlich distanzieren kann, was die natürliche Lebensfreude getrübt hat. Diese »natürliche Lebensfreude« ist jedem Menschen wesensmäßig mitgegeben; sie ist Bestandteil unseres inneren Kindseins.
Wo sie verschüttet ist, hat der »Ernst des Lebens« – als Ausdruck perfektionistischen Erwachsenenlebens – zu sehr die Oberhand ergriffen.
Dies zeigt sich in einem entmutigenden Hang, sich zu viele Gedanken zu machen über die Konsequenzen eigenen Tuns im gesellschaftlichen Zusammenhang.
Man wird so zunehmend gehemmter, lustloser, skrupulöser und ernster. »Das Lachen vergeht«.
Wem es gelingt, sich von dieser perfektionistischen Selbstkontrolle zu befreien, der kommt an seine ursprüngliche Lebensfreude, die sich immer im Lachen äußert, wieder heran.

Welche Funktion hat Lachen? Was bringt es mir, psychologisch betrachtet?

Menschen, die häufig lachen, kommen im sozialen Leben besser an.
Ohne sich bewusst Mühe geben zu müssen, schlagen sie die »zwischenmenschliche Brücke«.
Dabei wirken sie auf ihre Mitmenschen »spritziger«, witziger und einfallsreicher als lachunfähige Griesgrame – vielleicht schon aus dem Grunde, weil das Gehirn lachender Menschen besser mit Sauerstoff und Glückshormonen versorgt wird.
Dies wiederum trägt zu einem wachsenden Selbstvertrauen bei: Menschen, die viel lachen, erleben sich selbst als stark und kompetent, und sie fürchten sich nicht vor sozialen Konflikten!
Deshalb wird das Lachen von manchen Richtungen der Psychotherapie ganz bewusst gefördert.

Wann ist Lachen nicht lustig?

Es gibt seltene Fälle, wo das Lachen ein Krankheitssymptom bei einer neurologischenErkrankung (z.B. Muskelatrophie oder multipler Sklerose) ist. Nur in diesen Fällenist das Lachen nicht lustig.
Bei Lachen aus Schadenfreude wird sich der Adressat dieses Lachens natürlich ebenfalls nicht belustigt fühlen, wohl aber derjenige, von dem dieses Lachen ausgeht!

Was macht Randgruppenwitze lustig?

Der Lustgewinn, der sich in diesem Zusammenhang ergibt, hat ebenfalls etwas mit einem Tabubruch zu tun, nämlich mit der Übertretung des Friedfertigkeits- und Fairnessgebots, auf dem unsere Zivilisation aufbaut.
Wer dies tut, handelt aggressiv. Dies wiederum macht es möglich, sich – zumindest kurzfristig – in einem lustvollen Überlegenheitsgefühl zu erleben, das für manche Lachforscher eine wichtige Voraussetzung für das Entstehen von »Belustigung« ist.
Tatsächlich ging es in den antiken Komödien immer um die Herabsetzung und Entwertung unterlegener Individuen (Behinderte, Stotterer, Narren). Von dieser Tradition lebt der moderne Clown, der sich in der Rolle des »dummen August« freiwillig dem Gespött seines Publikums aussetzt – und so die schon erwähnten belustigenden Überlegenheitsgefühle hervorzurufen hilft.

Ist Schadenfreude tatsächlich die beste Freude?

Moralisch gesehen natürlich nicht! Wenn wir aber wieder an das Lustprinzip denken, das belustigende Affekte gerade dort entbindet, wo es um das Erleben eigener Überlegenheit geht, dann ist dieser Grundsatz nachvollziehbar.
Im Sinne der Degradationstheorie ist das Gewahrwerden von peinlichen Schwächen und Behinderungen bei einem Mitmenschen (speziell dann, wenn er bislang als der Überlegene angesehen wurde!) eine Quelle der Belustigung.
Die Degradationstheorie geht auf Aristoteles zurück, sie war aber auch für die Philosophie der Neuzeit von Bedeutung.
Danach ist das Lachen als ein aggressives Ausdrucksmittel zu verstehen, das den Gegner entwerten, beschämen und demütigen soll. Der Lachende ist der Überlegene, der Verlachte der Unterlegene – und das steigert das Selbstgefühl im Sinne des Lustprinzips („lustvoll“ und „lustig“ haben ja auch die gleiche etymologische Wurzel!).
Das haben sich die Produzenten von Slapstick-Filmen zu Nutze gemacht: Wenn jemand auf einer Bananenschale ausrutscht, verliert er augenblicklich seinen Stand – auch im gesellschaftlichen Sinne. Derjenige, der ihn dabei beobachtet, ist eindeutig in der besseren, überlegenen Position, so dass er dementsprechend etwas zum Lachen hat.

Wo liegt der Ursprung der Schadenfreude?

Der Ursprung der Schadenfreude liegt in den Rivalitätskämpfen von Kindern.
Uns allen ist gemeinsam, dass wir am Anfang unseres Lebens im Vergleich zu Erwachsenen weitgehend inkompetent waren.
Doch im Vergleich zu jüngeren, schwächeren, ängstlicheren, also weniger kompetenten Kinder konnten wir ein Kompetenzvergnügen erleben, das alle Minderwertigkeitsgefühle kompensiert.
Dieser positive Effekt des Abwärtsvergleichs ist für die Stabilisierung des Selbstwertgefühls auch in späteren Lebensphasen von großer Bedeutung.
Daher sind zum Beispiel Comedy-Beiträge im Fernsehen, in denen die »Pleiten« und »Pannen« von benachteiligten Mitmenschen vorgeführt werden, so beliebt.

Wie gefährlich sind Hänseleien unter Schulkindern?

Immer schon wurden scheinbar schwächere Kinder und Jugendliche von ihren Schulkameraden gelegentlich gehänselt.
Das ist insofern ein Bestandteil der Sozialisation, als die Betroffenen dadurch immer auch einen Ansporn bekommen, die entsprechenden Schwächen zu kompensieren.
Doch wenn aus eher harmlosen Neckereien ein regelrechtes, bösartiges Mobbing wird, haben die Opfer in aller Regel keine Möglichkeit, ihre Fehler zu korrigieren.
Er oder sie erfüllen nur noch den einen Zweck, das Selbstwertgefühl der Angreifer in einem gnadenlosen Abwärtsvergleich zu stärken.
So kommt es zu einer Grenzverletzung, die in keiner Weise tolerierbar ist: Wenn Kinder oder Erwachsene durch Mobbing systematisch niedergemacht und in ihrem Selbstwertgefühl beschädigt werden, wird das Selbstwertgefühl so stark erschüttert, dass ernsthafte psychische Schäden die Folge sind und das klinische Syndrom der »Gelotophobie« (= Angst vor dem Lächerlichsein) hervorgerufen werden kann.

Wie lässt sich verhindern, dass aus harmloser Schadenfreude Gehässigkeit wird?

Es gilt die Regel: Je schwächer das eigene Selbstwertgefühl entwickelt ist, desto stärker ist der Wunsch nach einem Abwärtsvergleich, in dessen Folge sich der betreffende Mitmensch als noch schwächer, noch inkompetenter noch peinlicher erweist.
Die dabei entstehende Schadenfreude kompensiert zwar für den Augenblick eigene Minderwertigkeitsgefühle, sie ist aber immer auch ein untrüglicher Hinweis auf die eigene Unsicherheit und Mutlosigkeit.
Daher ist es unerlässlich, gerade Kinder und Jugendliche konsequent zu ermutigen, sich auf eigene Stärken und Kompetenzen zu besinnen und diese in der Gruppe zu trainieren und auszubauen.
Durch diese Ermutigung lassen sich die Auswirkungen früher Beschämungen kompensieren, die insgesamt auf die Überzeugung hinauslaufen: Ich bin nur dann nicht lächerlich, wenn ich es schaffe, andere zu verlachen.

Ist Lachen ansteckend – und warum?

Positive Gefühlsäußerungen wie Lachen oder Jubeln rufen im prämotorischen Cortex (= Region der Gehirnrinde, die die motorischen Abläufe der Gesichtsmuskulatur abbildet) eine starke Reaktion hervor.
Schon das bloße Hören lachender Menschen stimuliert all die Gesichtsmuskeln, die ein lachendes Gesicht modellieren. Das heißt: Wenn man die typischen Geräusche des Lachens hört, wird im Gehirn eben jenes Areal (= prämotorischer Cortex) aktiviert, das für die Steuerung jener Gesichtsmuskeln zuständig ist, die die typische Lach-Mimik entstehen lassen.
Somit ist Lachen auch dann ansteckend, wenn wir den Anlass der Erheiterung der betreffenden Mitmenschen, die wir lachen hören, nicht kennen.
Im prämotorischen Cortex sind die so genannten Spiegelneuronen angesiedelt. Das sind Nervenzellen, die allein durch die Betrachtung mimischer Abläufe bei einem Mitmenschen aktiviert werden. Gleichzeitig werden dabei die damit zusammen hängenden Gefühle wachgerufen.
Britische Forscher fanden heraus, dass akustische Reize, die positive Gefühle (Heiterkeit, Freude, Jubel) hervorrufen, besonders ansteckend sind.

Kann jeder Mensch angesteckt werden, oder fällt es beispielsweise Frauen leichter als Männern oder Kindern leichter als Erwachsenen?

Jeder Mensch kann durch Lachen angesteckt werden. Allerdings gilt: Je stärker eine emotionale Selbstkontrolle (= Selbstbeherrschung) für einen Menschen bestimmend ist, desto schwerer gelingt der Prozess der emotionalen Ansteckung.
Deshalb lassen sich Kinder, die eine solche Selbstkontrolle noch nicht so umfassend eingeübt haben wie Erwachsene, am schnellsten durch das Lachen anderer anstecken.
Da Männer immer noch so sozialisiert werden, dass sie ihre Gefühle zu beherrschen versuchen (bei Jugendlichen gilt das als besonders „cool“), gehe ich davon aus, dass sie sich im allgemeinen nicht so leicht vom Lachen anderer anstecken lassen wie das bei Frauen der Fall ist.

Wo sehen Sie Defizite in Sachen Humor am Arbeitsplatz?

Der Leistungs- und Konkurrenzdruck ist in unserer postindustriellen »High-tech-selfproviding«-Gesellschaft immer größer geworden.

Auf die Dauer behaupten kann sich nur ein Arbeitnehmer, der über eine Menge an kreativer Flexibilität verfügt. Dazu gehören Kompetenzen wie kritische Eigeninitiative, autonome Selbstverantwortung (also »Durchstehvermögen«), soziale Intelligenz und die Bereitschaft, sich ständig weiterzubilden. (So hat der Soziologe Richard Sennett ermittelt, dass ein qualifizierter Arbeitnehmer seine Grundkenntnisse im Laufe seines Berufslebens wenigstens dreimal komplett erneuern muss, wenn er für den Arbeitsmarkt attraktiv bleiben will.)

Dieser Druck, besser sein zu müssen als der Durchschnitt, wird durch die angespannte Arbeitsmarktsituation ständig bestätigt. Die Angst vor dem beruflichen Versagen geht einher mit der Angst, mit den Kollegen nicht mithalten zu können, ihnen fachlich unterlegen zu sein.
So entsteht ein Konkurrenzdenken, das eine heitere Stimmung im zwischenmenschlichen Bereich immer weniger aufkommen lässt.

Es ist so wie in dem Witz, in dem zwei Afrikareisende von einem Löwen verfolgt werden. Beide laufen um ihr Leben. Der eine ruft dem anderen zu: »Hoffentlich sind wir schneller als der Löwe!« – »Mir reicht es völlig, wenn ich schneller bin als du!«, keucht dieser.

In einer beruflichen Situation, in der es Vielen nur noch darum geht, besser zu sein als der Kollege, wird immer weniger miteinander, dafür umso mehr gegeneinander gelacht.
Eventuelle Misserfolge (auch im privaten Bereich), die dem Kollegen unterlaufen, seine charakterlichen und fachlichen Schwächen, sind ein willkommener Anlass, diesen »auf die Schippe zu nehmen«, sich auf seine Kosten lustig zu machen.
(Diese Tendenz zur pseudospaßigen Entwertung hat sich übrigens auch in der Unterhaltungsindustrie durchgesetzt: Die täglichen TV-Comedys leben geradezu davon, peinliche Schwächen von Mitmenschen aufzudecken und diese lustvoll »vorzuführen«.)

So zeichnet sich in unserer »Spaßgesellschaft« ein allgemeiner Trend zur Herzlosigkeit ab. Wie einst in den antiken Komödien wird die Leistungsschwäche des Mitmenschen, der stets ein potentieller Konkurrent ist, zum Anlass genommen, sich über ihn lustig zu machen.
Daraus hat sich auf Seiten der Betroffenen ein neues Syndrom entwickelt: Die »Gelotophobie«, das heißt die Angst vor dem Lächerlichsein, dem Ausgelachtwerden. Sie lässt sich insbesondere bei Menschen nachweisen, die dem Mobbing ausgesetzt sind.

Wie kann es konkret aussehen, wenn es im Job humorvoller zugeht?

Entscheidend ist eine neuartige Spaßkultur am Arbeitsplatz, die von der Idee einer solidarischen Heiterkeit bestimmt wird.
Das muss »von oben« her gesteuert werden! In den Chefetagen sollte sich die Erkenntnis durchsetzen, dass die Produktivität der Mitarbeiter am einfachsten dadurch verbessert wird, wenn diese ihre kreativen Energien nicht im Stress erzeugenden Konkurrenzkampf vergeuden.
Es müssen daher gezielt die Voraussetzungen für ein gemeinsames Lachen geschaffen werden, das miteinander verbindet und ein Gefühl von Solidarität schafft.

Wenn Witze vorgelesen werden oder Komiker ihre Auftritte haben, regt das sicher auch zum Lachen an. Es ist aber nicht ein Lachen, das Verbindung schafft.
Ein solches entsteht nur dann, wenn über die Ursachen der Ängste gelacht werden kann, die die einzelnen Mitarbeiter dazu bewegen, sich am Arbeitsplatz »wie in Feindesland« zu fühlen.
Eine gute Methode ist zum Beispiel der »Kummerkasten«: Alles, was am Arbeitsplatz zum Ärgernis wird, kann von den Mitarbeitern aufgeschrieben und im Laufe einer Arbeitswoche (anonym) deponiert werden. Zu einem festen Termin – am Besten am Freitagnachmittag – gibt es dann eine Teambesprechung, die von einem Humorberater (Kommunikationstrainer, therapeutischer Clown) angeleitet wird. Die Probleme werden im humordramatischen Rollenspiel in einer sehr offenen und parodistisch übersteigerten Weise in Szene gesetzt.
Die Protagonisten in diesem Rollenspiel müssen durchaus nicht mit den anonymen Berichterstattern identisch sein. Im Gegenteil ist es sehr lustvoll und belustigend, wenn Andere das inszenieren, was man selbst schamhaft im Herzen verschließen möchte. Wichtig ist, dass bei dieser Gruppenarbeit niemand verletzt oder decouvriert wird. Und wenn der Chef »einfach mitspielt«, das heißt sich am Rollenspiel und der anschließenden Besprechung beteiligt, ergibt sich eine heitere Solidarität wie von selbst …

Ergänzt werden diese gruppendynamischen Spiele durch gezielt eingesetzte Lachübungen, zum Beispiel das von Dr. Madan Kataria entwickelte »Lach-Yoga«, das inzwischen weltweit in sog. Lachclubs praktiziert wird. Kataria ist überzeugt, dass dieses komplett nonverbal ablaufende Lachen die Gruppensolidarität eminent aufbaut.
Und wer seine Mitarbeiter zusätzlich schulen möchte, kann diesen die Teilnahme an einem »Humor Immersion Training« (s. Anhang zu meinem Buch »Die heilende Kraft des Lachens«) ermöglichen: Hier werden verschiedene Techniken der systematisch Humorentstehung erarbeitet. Wer diese beherrscht, der braucht sich vor niemqandem zu fürchten, der ihn/sie bloßstellen oder veräppeln könnte …

Haben Menschen, die viel lachen, mehr Erfolg im Beruf?

Wer lacht, gewinnt. Das hängt zum einen damit zusammen, dass Lachen die (psychosomatischen) »Lebensgeister« weckt. Zum anderen ist Lachen aber auch ein »soziales Schmiermittel«.
Es stellt die kommunikative Verbindung zwischen Menschen her, schafft jene zwischenmenschliche Brücke, über die wir als selbstbewusste und fröhliche Partner zueinander finden.
Griesgrame, die dreinschauen wie Abschmecker in einer Essigfabrik, stoßen sich demgegenüber ab. Denn was einen Menschen wirklich anziehend (attraktiv) macht, ist die Mimik des lachenden oder auch lächelnden Gesichts.

Lassen sich mit Humor Konflikte am Arbeitsplatz lösen?

Lachen ist ein »soziales Schmiermittel«. Wenn Menschen dazu gebracht werden, regelmäßig unbeschwert miteinander zu lachen, werden sie gegenüber der Gelotophobie immunisiert werden.
Sie erleben die vielen Beziehungsfallen, die sich gerade am Arbeitsplatz auftun, als eine kommunikative Herausforderung, die mit Humor freundschaftlich relativiert werden können.
(Die eigentliche Funktion des Humors ist nämlich Relativierung – ganz im Sinne des Mottos »Die Lage ist katastrophal, aber nicht ernst!«)
Wer relativieren kann, wird sich nicht verletzen oder kränken lassen, sondern wird sich mit denjenigen, die eine sarkastische Attacke reiten, nicht nur verbünden, sondern »noch eins draufsetzen«.

Wie sind Sie darauf gekommen, sich beruflich mit Humor zu beschäftigen?

In meiner Arbeit als Psychotherapeut habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele meiner Klienten dazu neigen, die Wirklichkeit zu ernst zu nehmen – was einer Verabsolutierung negativer Erfahrungen führt.

Misserfolge im Leben wie soziale Zurücksetzungen, Fehlleistungen in der Arbeit oder familiäre Enttäuschungen werden für so gravierend eingeschätzt, dass es zum Erleben von negativen Gefühlen (Niedergeschlagenheit, Gekränktsein, Mutlosigkeit, Scham und Angst) kommen muss.
Aus dieser dafaitistischen Stimmungslage heraus erscheint das eigene Leben wirklich nur noch als ein »Jammertal«. Expansive und selbstbejahende Tendenzen verkümmern. Depressive Selbstzweifel und Existenzängste überwuchern das Dasein.

In dieser Lebenslage gibt es eigentlich nur noch den Wunsch, »ein ganz anderer Mensch« zu werden – was aber wiederum eine Verabsolutierung ist.
Der Humor schafft Distanz in dieser unheilvollen emotionalen Verstrickung – zur negativen Situation an sich und zu der verabsolutierenden Art der eigenen Beurteilung.

Indem der Klient lernt, seine schwarzen Gedanken spielerisch »auf die Schippe« zu nehmen, ironisiert er sein eigenes verabsolutierendes Denken.
Das geht etwa so: »Nachdem mich mein Kollege morgens nicht mehr so freundlich grüßt, will ich alles daran setzen, dass der ganze Betrieb mich ausbuht, wenn ich am Arbeitsplatz erscheine!«
Oder: »Der Chef grinste, als ich bei der Besprechung eine Bemerkung machte. Nun gut: Das nächste Mal will ich ihn dazu bringen, dass er brüllend lacht!«
Diese »paradoxe Intention« gelingt am Besten, wenn der Klient zuvor von seinem Therapeuten entsprechend »provokativ« herausgefordert wurde.
Immer geht es darum, die Wertigkeit des verabsolutierenden Denkens nicht zu akzeptierenden, sondern durch eine respektlose Übertreibung »ad absurdum« zu führen.

Dies führt uns gerade der Galgenhumor vor Augen. Das Ergebnis wird eine Relativierung sein, die sich in der Überzeugung äußert, dass alles gar nicht so schlimm ist – und deshalb auch gar nicht so ernst genommen werden braucht.
Oscar Wilde hatte das so ausgedrückt: »Das Leben ist zu wichtig, um ernst genommen zu werden!«

Wir leben in einer Zeit, in der vielen das Lachen vergeht, in der Ängste und Sorgen die Menschen beschäftigen. Sie dagegen propagieren den Humor. Warum?

Sozialforscher sprechen davon, dass wir in einer »Überbietungsgesellschaft« leben. Im Vergleich zu früheren Generationen werden wir fast täglich mit Anforderungen konfrontiert, die unser Fassungsvermögen und unsere Fähigkeiten leicht überfordern können.

So muss ein junger Mensch, der gerade in sein Berufsleben startet, nach Erkenntnissen des amerikanischen Soziologen Richard Sennett davon ausgehen, dass er sein Basiswissen im Laufe der kommenden 40 Jahre mindestens dreimal komplett erneuern muss.
Ältere Arbeitnehmer haben dies vor Jahren schmerzlich erleben müssen, als sie vom EDV-Zeitalter förmlich überrascht wurden: Bewährte Fachkenntnisse erwiesen sich plötzlich als überholt, weil völlig neuartige technologische Kompetenzen am Arbeitsplatz gefordert wurden.
Wer etwa mit Karteikarten, Stenografie und einer Schreibmaschine jahrzehntelang gut über die Runden gekommen war, erlebte sich plötzlich als überflüssiger Nichtskönner, der von seinen jüngeren Mitarbeitern mitleidig belächelt wird.

Doch nicht nur im Arbeitsleben hat uns der Hochleistungsdruck kalt erfasst: Die allgegenwärtige Medienpräsenz führt uns vor, wie wir sein müssen, um den Idealen der »postmodernen« Welt zu entsprechen: Körperlich attraktiv und jugendlich aussehend wie Filmstars, fähig sportliche Höchstleistungen zu erbringen, die nur dann Spaß machen dürfen, wenn sie auch riskant sind und – nicht zuletzt – allzeit »gut drauf« zu sein, zu »Fun«-Aktivitäten aufgelegt, die wir mit einem zahlenmäßig möglichst großen Bekanntenkreis erleben.
Wer dies schafft, kann sich in einer Spaß-Gesellschaft, die von Höchstleistung in jeder Hinsicht geprägt ist, natürlich gut einrichten. Wem dies nicht gelingt, der gehört nicht dazu – und der hat im wahrsten Sinne nichts mehr zu lachen.
Der Humor, den ich propagiere, soll gegen diesen Überbietungsdruck immunisieren.
Er ist demzufolge auch nicht der Stoff, von dem die Spaß-Gesellschaft im Comedy-Stil zehrt.

Dieser Humor ist vielmehr ein Gegenmittel, der uns Wege aufzeigt, wie wir uns von dem unheilvollen Druck, immer (noch) besser sein zu müssen, allmählich befreien können.
Wir sprechen deshalb von »therapeutischem« Humor. Eigentlich müssten wir sogar von einem »philosophischen« Humor sprechen, denn es geht um einen erkenntnismäßigen Einstellungswandel, der uns dazu bringt, über die Zwänge der Überbietungsgesellschaft innerlich lachen zu können.
Wie das geht? Man muss sich einfach auf die Quellen der Freude zurückbesinnen, über die jeder Mensch verfügt.

Um dies zu erreichen, müssen wir die Lebensrealität unserer Kindheit wiederbeleben. Kinder denken weniger logisch, sie machen sich weniger Gedanken um den »Ernst des Lebens«, sie viel mehr in der Gegenwart als in der fernen Zukunft – das tun die Erwachsenen. Dieses »kindliche Gemüt« wieder aufzuspüren ist das Anliegen eines therapeutisch wirksamen Humors. Und ist dies einmal gelungen, dann können die Zwänge des Überbietungsdenkens munter »durch den Kakao gezogen« bzw. relativiert werden.

Warum lachen wir eigentlich, wenn wir gekitzelt werden?

Kitzeln ist ein Spaßangriff, auch »freundliche Aggression« (mock attack) genannt. Beim »Kitzelopfer« baut sich dabei eine gewisse (An-)Spannung auf, die sich lachend auflöst, nachdem sich das »Kitzelspiel« als nicht bedrohlich erwies.
Grundsätzlich kann der Reiz, der beim Kitzeln ensteht, eine körperliche Bedrohung indizieren, besonders, wenn »empfindliche Stellen« mit vielen Nervenendigungen (z.B. Achselhöhlen, Bauch, Leistengegend) attackiert werden.
Sobald dies vom Großhirn aber als harmloses Spiel erkannt wird, verliert die anfängliche Bedrohung ihren Schrecken und entbindet sich in einem entspannenden Lachen.
In diesem Augenblick triumphiert das »Lustprinzip«, d.h. die primäre Lebensfreude des kleinen Kindes.

Psychologisch gesehen, kommt es beim Kitzeln zu einer Interferenz von gegenläufigen Impulsen, die auf Nähe und Flucht ausgerichtet sind.
Neurologisch gesehen, werden gleichzeitig angenehm wirkende Berührungsrezeptoren und Schmerzrezeptoren aktiviert, so dass Lust und Schmerz simultan empfunden werden. Dies ergibt eine Inkongruenz, die zu einer Spannung führt, die sich in einem unkontrollierbaren Lachen wieder abbaut.

Lachen ist also ein uraltes Ventil zum physiologischen Stressabbau – und damit ein körperlicher Schutzmechanismus zur (Wieder-)Herstellung von Ausgeglichenheit und Wohlbefinden.
Dadurch wird in psychologischer Hinsicht die entscheidende Voraussetzung für die Herstellung »entspannter« sozialer Beziehungen geschaffen, was wiederum wesentlich zur Stärkung eigenen Selbstwertgefühls beiträgt.

Warum können wir uns nicht selbst kitzeln?

Um nicht mit einer Fülle von Informationen überlastet zu werden, kann das Gehirn existenziell wichtige von unwichtigen Reizen unterscheiden und in diesem Zusammenhang eine Art Prioritätsliste erstellen.
Ganz oben auf dieser Liste stehen all die Reize, die von außen aggressiv an den Körper herangetragen werden – also Berührungen durch Fremdeinwirkung, die sich existenziell bedrohlich auswirken könnten.
Berührungen, die hingegen etwa von der eigenen Hand herrühren, stehen auf dieser Liste ganz unten – dort wo die existenziell nicht bedrohlichen, harmlosen Stimulierungen rangieren.
In diesem Fall braucht das Kleinhirn, unser motorisches Reaktionszentrum, nicht Alarm zu schlagen. Das Großhirn stuft den betreffenden Berührungsreiz somit als unwichtig ein und interpretiert diesen nicht als ein typisches, d.h. potenziell bedrohliches Kitzeln.
Deshalb spüren wir zum Beispiel die Reibung unserer Kleidung auf der Haut nicht bewusst, jedoch die kleine Stubenfliege, die sich auf unseren Arm setzt, sehr wohl: Dies ist eine uralte Reaktion, die den Menschen vor der Bedrohung durch gefährliche Krabbeltiere wie Spinnen und Skorpione schützen soll.

Wer Humor hat, der …

• … ist in seinem Denken und Handeln flexibler. Humorvolle Menschen sind in ihrer Wahrnehmung nicht so eingeengt wie der rein rationale Typ.
Sie paaren das Althergebrachte (Konventionelle, Normative, Vorgeschriebene) mit dem Neuartigen (Ungewöhnlichen, Verblüffenden).
So sagt der humorvolle Mensch nicht einfach: »Heute geht es mir nicht gut, weil ich Kopfschmerzen habe«, sondern z.B.: »Heute geht es mir nicht gut, weil der Eierpreis wieder aufgeschlagen hat« oder «… weil morgen schon wieder Donnerstag ist«. … Die richtige Antwort ist ihm nicht wichtig.
Viele Antworten sind bloße Ausreden, Rechtfertigungen, Entschuldigungen.
Für den Humorvollen ist alles relativ: Alles kann auch anders sein! So konzentriert sich der Humorvolle eben ganz auf die Frage, die er ihrerseits wieder in Frage stellt.
»Warum hast du das Geschirr noch nicht gespült?« – »Tolle Frage! Das ist mir selbst ein Rätsel.«

• … wendet die »Judo-Methode« an: So wie der Angriff des Gegners im Judo nicht abgewehrt, sondern bewusst verstärkt wird, wird auch der Humorvolle die Attacken übelwollender Mitmenschen nicht nur bestätigen, sondern augenzwinkernd übertreiben.
Dadurch macht er den Angreifer zu seinem Verbündeten.
Beispiel: »Du bist wirklich ein Vollidiot! Man sollte dich auf den Mond schießen!« – »Schiess mich lieber auf den Mars, der Mond ist bereits von Vollidioten überbevölkert«

• … besitzt den »Mut zur Lächerlichkeit«. Das bedeutet, sich nicht der Tyrannei der konventionellen Benimm-Regeln zu beugen, die nur das perfekte Verhalten gelten lassen.
Dadurch erscheint alles, das nicht »perfekt« gesagt oder getan wird, im grellen Licht von beschämender Peinlichkeit. Wer den Mut zur Lächerlichkeit besitzt, der kann sich im wahrsten Sinne des Wortes »un-verschämt« geben, also das lustvoll und unverblümt zu lassen, wofür »man« sich »normalerweise« zu schämen hat.
Wer also z.B. in Gegenwart anderer zu Nervosität neigt, wird seine Aufgeregtheit (etwa das Händezittern) bewusst und in überzogener Weise zur Schau stellen. Wem es in Gegenwart einer schönen Frau die Sprache verschlägt, der wird in auffälliger Weise nach Luft ringen und stammeln.

• … lässt sich vom albernen »Kind in uns« inspirieren. Der »typische Erwachsene« ist vernünftig und ernst.
»Typische Kinder« stehen noch nicht im Bannkreis perfektionistischer Selbstkontrolle, die häufig Anlaß für Schamerlebnisse ist.
Schon Erich Kästner hatte festgestellt, dass nur derjenige wirklich Mensch bleibt, der erwachsen wird und Kind bleibt.
Kinder sind kreative und spielfreudige Akteure, d.h. sie lassen sich nicht von vornherein (reaktiv) auf vorgegebene Spielregeln ein. Wenn es einem Kind z.B. langweilig wird, versucht es, die entsprechende Situation »nach Lust und Laune« zu verändern.

Hier die versprochene (unvollständige) Liste der Persönlichkeiten, die die Gelotologie und die Humor-Arbeit geprägt haben:

Viktor Emil Frankl (1905 – 1997), österreichischer Neurologe und Psychiater. Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse. Von den späteren Gelotologen hochgeschätzt.

Norman Cousins (1915 – 1990), politischer Redakteur, Wissenschaftsjournalist, Autor und Friedensaktivist. Durch seinen Erlebnisbericht (Heilung durch Lachen) lieferte er wichtige Impulse, die die Erforschung des Lachens vorantrieben.

William Finley Fry, Jr. (1924 – 2014), US-amerikanischer Psychiater, Begründer und Namensgeber der Gelotologie, Pionier im Fachgebiet Therapeutischer Humor.

Hunter Doherty „Patch“ Adams (geb. 1945 in Washington, D.C.), Arzt, Sozialaktivist, „Bürger-Diplomat“, Profi-Clown, Darsteller und Autor. Gründer des Gesundheit! Institute.

Willibald Ruch (geb. 1956 in Kärnten, Österreich), Professor für Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik an der Universität Zürich. Seine Forschungsschwerpunkte betreffen Themen der Differenziellen Psychologie und der Diagnostik, insbesondere der Positiven Psychologie, und die Erforschung des Humors.

Michael Titze (geb. in Maribor, Slowenien), deutscher Psychotherapeut und Psychoanalytiker. Titze zählt zu den Pionieren des Therapeutischen Humors und der Gelotologie.

René Schweizer (1943 – 2015), Schweizer Schriftsteller, Aktionskünstler, Selbstdarsteller und wichtige Figur in der „Humorbewegung“.

Peter Hain, Schweizer Psychotherapeut, Wissenschaftlicher Leiter verschiedener Humor-Kongresse

Johannes Gruntz-Stoll (geb. 1952 in Basel CH), Schweizer Erziehungswissenschafter, emeritierter Professor für Allgemeine und Spezielle Pädagogik, Autor, Publizist und Verleger. Gruntz hat sich engagiert, die Erkenntnisse der Humorforschung in die Pädagogik einfliessen zu lassen.

Frank Farrelly (1931 – 2013) US-amerikanischer Psychotherapeut, Professor für Soziale Arbeit und Psychiatrie. Er gilt als der Begründer der Provokativen Therapie in der Psychotherapie.

Madan Kataria, Indischer Arzt, gründete 1995 in Bombay den weltweit ersten Lach-Klub. Tourt am liebsten zusammen mit seiner Frau um die Welt.

Was das Lachen im Körper anrichtet – eine kleine Übersicht

Was das Lachen im Körper anrichtet – eine kleine Übersicht

Ein Lachen der Stärke 5 auf der Richterskala wirkt sich auf den ganzen Körper aus.

Untrügliche Zeichen, dass da jemand gerade lacht:

Die Nase legt sich in Falten, die Nasenlöcher weiten sich.
Der Kopf wird zurückgeworfen, die Augen werden geschlossen.
Der Zygomaticus-Muskel zieht den Mund nach oben und sorgt für einen glücklichen Ausdruck.
Die Augenmuskeln werden angespannt (und aktivieren im Gehirn positive Gefühle).
Der »Lachmuskel« spannt 17 Gesichtsmuskeln an, darunter die des Tränensacks, so dass unter Umständen die Tränen fliessen.
Der Mund weitet sich, weil die Ein- und Ausatmung (stossweise) vervielfacht wird.
Die Stimmbänder werden in Schwingung versetzt und erzeugen die typischen stakkatoartigen Lachlaute.
Der Brustkorb wird gezerrt, der Körper schaukelt hin und her.
Möglicherweise wird mit offener oder flacher Hand auf den Schenkel geschlagen.
Das Zwerchfell »hüpft« und massiert die Eingeweide.

Gasaustausch

Was wir selber am unmittelbarsten erleben, ist die veränderte Atmung.
Das Zwerchfell spannt sich, dadurch dehnen sich die Lungenflügel. Wenn wir dann lauthals loslachen, pressen wir die Luft stossartig mit 100 kmh aus der Lunge.
100 kmh! In einer Stunde könnten wir uns so von Bern nach Zürich lachen.

Bei intensivem Lachen wird 3x mehr Gas ausgetauscht. In der Lunge reichert sich das Blut darum mit mehr Sauerstoff als üblich an.
CO2, das Abfallprodukt der Verbrennungsvorgänge im Körper, wird komplett ausgestossen.
Die Vorratsluft, die in den Lungen steckt, entleert sich dabei fast vollständig.

(Nützlicher Nebeneffekt No. 1: Ähnlich wie beim Husten werden die oberen Luftwege durch starkes Lachen von störenden Sekreten befreit.
(Nützlicher Nebeneffekt No. 2: Durch den gesteigerten Sauerstoffaustausch im Gehirn verbessert sich die Konzentrationsfähigkeit.)

Herz / Kreislauf

Es ist immer schön, wenn man auf klinische Untersuchungen verweisen kann. Es gibt nämlich welche, die die positiven Wirkungen (von intensivem und häufigem Lachen) auf das Herz-Kreislauf-System belegen.

Da Lachen eine abrupte körperliche Leistung darstellt, erhöht sich zuerst der Puls – und der Blutdruck steigt. Nach der Lachattacke verlangsamt sich der Herzschlag aber wieder und bleibt auf einem niedrigen Niveau. Gleichzeitig entspannt sich die glatte Muskulatur der Arterien und der Blutdruck sinkt.

Mehrere Studien kamen zum Ergebnis, dass Menschen, die häufig lachen, seltener einen Herzinfarkt erleiden.

Immunsystem

Das passt zwar schlecht zu „Ich hab mich halb tot gelacht“, aber: regelmässiges Lachen stärkt das Immunsystem.

Folgende Forschungsergebnisse lassen darauf schliessen, dass das Lachen das Immunsystem aktiviert:

Erhöhte Anzahl und Aktivität von Killerzellen, die infizierte oder entartete Zellen erkennen und zerstören können.
Vermehrung von Antikörpern der Immunglobulin-Klasse A. Das sind Antikörper, die in den Schleimhäuten im Körper (wie Mund, Darm und Lunge) vorkommen und einen Teil der Schutzbarriere gegen eingedrungene Erreger bilden.
Erhöhte Konzentration von Gamma-Interferon, welches die Zellen im Normalfall zur Bekämpfung einer Virusinfektion benötigen. Genau genommen ist das ein Protein, das für die Produktion körpereigener Abwehrstoffe mitverantwortlich ist.

Endokrines System

Beim Lachen nimmt die Konzentration der Stresshormone im Blut ab. Warum das gut ist:

Bei Stress signalisiert das Nervensystem dem Nebennierenmark, Adrenalin auszuschütten.
Blutdruck, Puls, Hautwiderstand und Muskelaktivität steigen, die Darmtätigkeit ist gehemmt.
Der Körper ist in Alarmbereitschaft.

Etwa zehn Minuten nach der Adrenalinausschüttung folgt dann Cortisol, das den Körper vor den ungünstigen Folgen einer zu langen Hochaktivierung durch Adrenalin schützen soll und gleichzeitig für eine erhöhte, länger anhaltende Wachsamkeit auf einem niedrigeren Niveau sorgt.
(Weil Adrenalin schwer messbar ist, wird meist die Cortisolkonzentration im Speichel für Messungen des Stressniveaus herangezogen.)

Wenn wir von „Stress“ sprechen, hat das meist einen negativen Beigeschmack. Dabei bedeutet das lediglich, dass der Körper (als Reaktion auf eine wahrgenommene Belastung oder Bedrohung) besonders leistungsbereit ist. Eine Mobilisierung, die für den Erhalt der körperlichen Unversehrtheit nützlich ist. Ohne Stress wären wir schon längst nicht mehr am Leben.

In Momenten der Gefahr funktionieren wir immer noch genau gleich wie unsere allerentferntesten Vorfahren: Wir kämpfen oder flüchten – und brauchen somit unsere Muskeln.
Die Stresshormone werden u.a. durch die Verbrennungsprozesse in den Muskelzellen umgewandelt und abgebaut. Das Ausagieren des Stresses bringt also den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht.

Im Alltag kann die aufgebaute Spannung aber häufig nicht auf „althergebrachte Weise“ abgebaut werden. Sich schreiend auf die arrogante Chefin zu werfen oder sich unter den Tisch zu flüchten: Im Büro ist das ein eher ungünstiges Verhalten.
Wir erleben zwar unter Umständen körperlich das Gleiche wie unsere Vorfahren, doch unsere Bewältigungsstrategien müssen zwangsläufig sozialtauglich sein.

So scheint die These der Gelotologie recht naheliegend: Eine der Funktionen des Lachens sei, auf physiologischer Ebene Stress abzubauen. (Eben weil wir beim Lachen eine recht eindrückliche körperliche Leistung vollbringen.

Noch mehr Endokrinologie

Im Gehirn tragen wir alle ein erbsengrosses Drüslein mit uns rum, die Hypophyse. Dort werden u.a. Endorphine produziert und beim Lachen verstärkt ausgeschüttet; diese werden auch gerne als „Glückshormone“bezeichnet.

Das Wort Endorphin ist eine Wortkreuzung: Endogenes Morphin bedeutet „ein vom Körper selbst produziertes Opioid“.
Opiate und Opioide sind wegen ihrer schmerzstillenden Wirkung berühmt und berüchtigt, beim Lachen beliefern wir uns also selber mit Drogen!

(Ist Lachen eine Notfallsituation?)

Endorphine regeln nicht nur Empfindungen wie Schmerzen und Hunger. Sie stehen auch in Verbindung mit der Produktion von Sexualhormonen und werden mitverantwortlich gemacht für die Entstehung von Euphorie. Das Endorphinsystem wird unter anderem in Notfallsituationen aktiviert.

Verdauung – „Ich scheiss mir in die Hose!“

Kann man sagen. Um auszudrücken, dass man etwas wirklich sehr sehr lustig findet.
Dieses „Bonmot“ weist aber auch darauf hin, dass Lachen – als weitere Wirkung – die Verdauung anregt.
Dies geschieht einerseits mechanisch durch die heftigen Zuckungen des Zwerchfells, und andererseits auf hormonellem Weg: Lachen entspannt, Entspannung bedeutet Abwesenheit von Stress, – bei Abwesenheit von Stress können diejenigen Körperfunktionen aktiviert werden, die sich im Stand-By am besten entfalten.

Zum Schluss eine Behauptung

„Eine Minute Lachen wirkt – allgemein – positiv auf die Gesundheit wie 10 Minuten Joggen.“

Das jedenfalls behaupten einige Gelotologen.
Nicht auszudenken, wie gesund es wäre, 10 Minuten lang lachend zu joggen…!

Und zum Schluss nach dem Schluss:

Eckhart von Hirschhausen fasst die Wirkungen des Lachens im Schnelldurchlauf (in 2 Minuten!) zusammen.

Wissenschaftlich lachen

Wissenschaftlich lachen

Viele Erfindungen beruhen auf zufälligen Beobachtungen.

Durch das Erlebnis eines amerikanischen Wissenschaftsjournalisten wurde zwar nicht das Lachen erfunden – es hat aber wesentlich dazu beigetragen, dass dieses merkwürdige menschliche Gehabe intensiv erforscht wurde und wird.

„Stellen Sie sich vor: Sie sitzen in Günther Jauchs „Wer wird Millionär?“ auf dem unbequemen Hocker und es trennt Sie nur noch eine Frage von dem Millionengewinn.
Entweder Sie beantworten sie richtig und klemmen sich das Köfferchen unter den Arm – oder Sie verlieren alles.
Die letzte Frage lautet: Was ist Gelotologie?
Ein gewisser Eckhart Freise wusste, dass es sich dabei um die die Wissenschaft des Lachens handelt und wurde so in diesem Quiz zum ersten Gewinner überhaupt.“

Darf ich mich vielleicht mal irren? – Danke.

Diese Anekdote habe ich lange Zeit in meinen Lach-Seminaren erzählt. Das tu ich nicht mehr; denn ich musste feststellen, dass ich einer Falschinformation aufgesessen bin.

(Falls es Sie interessiert wie die Frage tatsächlich lautete, die Herrn Freise zum ersten Quiz-Millionär machte: „Mit wem stand Edmund Hillary 1953 auf dem Gipfel des Mount Everest? Mit A: Nasreddin Hodscha, B: Nursay Pimsorn, C: Tenzing Norgay, D: Abrindranath Singh?“ – Freise tippte auf Tenzing Norgay. Bingo.)

Was kümmerts die Gelotologie?

Der Wissenschaft ist es herzlich egal, was ich über sie erzähle. Wichtig im Zusammenhang mit meinen Lach-Seminaren ist lediglich, dass das Lachen – diese überaus phänomenale Ausdrucksweise des Menschen – weltweit erforscht wird und dass ich bei meinen Auftritten jeweils eine Handvoll dieser Erkenntnisse zum Besten gebe. Ich bediene mich bei den Fachleuten aus verschiedenen Bereichen der Medizin, der Psychologie, der Psychophysiologie, der Neurobiologie und der Soziologie. Verweise auf philosophische Abhandlungen und historische Einordnungen runden die Sache ab.

Eine Spondylarthritis ist nicht zum Lachen.

Aber diese entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Erforschung des Lachens voran getrieben wurde: Der Wissenschaftsjournalist Norman Cousins war anfangs der Siebzigerjahre daran erkrankt. Er litt unter sehr starken Schmerzen und musste sich mit der betrüblichen Prognose der Ärzte auseinandersetzen, die ihm eine Überlebenschance von 1:500 in Aussicht stellte. Als Mittfünfziger war das für ihn nicht das, was er sich unter einem lebenswerten Leben vorstellte

Norman Cousins

Um die Ecke denken.

Norman Cousins war ein neugieriger und kreativer Mensch. Er kannte wissenschaftliche Berichte, in denen der unheilvolle Einfluss von negativen Gemütszuständen auf das innersekretorische System des Menschen beschrieben wurde.
So versuchte er den bemerkenswerten Umkehrschluss:
Er brachte sich systematisch zum Lachen, indem er sich lustige Filme vorführen liess (er war Fan der Marx Brothers) und witzige Texte und Cartoons konsumierte.
Dabei stellte er bald fest, dass seine Schmerzen weitgehend nachliessen, nachdem er etwa zehn Minuten lang intensiv gelacht hatte. Ausserdem konnte er danach mindestens zwei Stunden problemlos schlafen.

Tschüss Spital!

Um sich seiner selbst erfundenen Therapie ungestört hingeben zu können, vermied er fortan jegliche Spitalaufenthalte und beschallte sein Zuhause mit seinem Gelächter. Dabei bemerkte er zusätzlich, wie sehr die Umgebung Therapierfolge beeinflussen kann und wie die Spitalatmosphäre ihm beständig bestätigt hatte, wie krank er doch sein.

Kleiner Exkurs: Gute Ideen sind ansteckend.

Diese Erkenntnisse wurden später von Hunter Doherty „Patch“ Adams aufgegriffen. Adams brachte den Humor in die Heilstätten und gründete in West Virginia das „Gesundheit! Institute“.
Eine Gesundheitseinrichtung mit ausgefeiltem Humor-Konzept, wo die Räumlichkeiten betont wohnlich gestaltet waren und die Ärzteschaft und das Pflegepersonal Clown-Kurse und Akrobatik-Trainings besuchten… – das hatte es bis anhin nicht gegeben.
Das Konzept wurde schon bald nachgeahmt: 1991 wurde im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien CliniClowns-Austria gegründet, auf der Kinderdialysestation fanden die ersten Clownv-Visiten in Europa statt. Bald darauf wurden auch in anderen Ländern spezifische Aus- und Weiterbildungen entwickelt und angeboten

Dr. Hunter Doherty „Patch“ Adams

Die Forschung merkt auf.

Norman Cousins wollte seine subjektive Erfahrung „von aussen“ bestätigt haben und und so unterzog er sich regelmässig spezifischen Tests zur Ermittlung des Entzündungsgrades (im Bereich der Wirbelsäule).
Dabei wurde festgestellt, dass es nach jeder einzelnen Lachkur zu einer signifikanten Abnahme der Sedimentationsrate kam. Ein sensationelles Resultat!
Das trat eine wahre wahre Welle von Experimenten, Forschungsprojekten und Studien los; verschiedene Disziplinen steuerten Beiträge zur Verständnis des Lachens bei.

Man kann’s auch übertreiben.

Man wusste schon bald, dass Lachen – nebst Entzündungen und Schmerzen lindern – auch den Stoffwechsel und das Immunsystem günstig beeinflusst.
Doch einzelne überenthusiastische Laien-Gelotologen behaupteten sogar, dass man mit Lachen auch HIV-Infektionen und Krebs wirksam begegnen könne. Was mittlerweile klar widerlegt ist.
Aber: Wer mit einer solchen Krankheit leben muss und dennoch ab und zu Grund zum Lachen findet, hat wohl schon ziemlich viel begriffen.

 Um Ihnen die Recherche zu ersparen:

„Gelotologie“ leitet sich aus dem Griechischen ab. Geloion bedeutet Witz / Komik, Gelos heisst Lachen.
Weltweit beschäftigen sich rund 200 Forschende mit dem Lachen.
Sie beschäftigen sich erklärtermassen mit den körperlichen und psychischen Aspekten des Lachens.
Der Psychiater William F. Fry, der 1964 hat an der Stanford-University erstmals über die Auswirkungen des Lachens auf die körperlichen Vorgänge geforscht. Er prägte auch auch den Begriff Gelotologie.
Wissenschaftlich Forschung findet in der Regel den Weg in die Praxis. Als therapeutische Anwendung gelotologischer Erkenntnisse gelten die sogenannten Humor-Therapien oder Lachtherapien.

Das könnte irgendein marmornes Mannsbild sein, es soll sich aber um den griechischen Gott Gelos handeln.

Humor-Therapie – ein Beispiel:

Die Paradoxe Intervention ist eng mit der Humor-Therapie verbunden.
Es handelt sich dabei um verschiedene psychotherapeutische Methoden, die in scheinbarem Widerspruch zum therapeutischen Ziel stehen, die aber tatsächlich dazu gedacht sind, dieses Ziel zu erreichen.

Eine Bekannte war nicht in der Lage, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen.
Sie litt unter der Befürchtung, sich während der Fahrt durchfallartig in die Hosen machen zu müssen.
In einer psychotherapeutischen Sitzung forderte die Therapeutin sie auf, sich genau das, was ihr so Angst machte, möglichst detailliert vorzustellen und zu beschreiben.

Sie versetzte sich also in die Situation, in einem vollbesetzten Bus zu sitzen – der Möglichkeit beraubt, aussteigen zu können.
Als sie so weit war, dass sie das warm-nasse Gefühl zwischen den Pobacken, den durchdringenden Gestank und die Reaktion der anderen Fahrgäste präsent hatte, führte die Therapeutin sie in die Übertreibung:
Die Bekannte musste in ihrer Vorstellung die Situation eskalieren lassen. Die Brühe lief ihr den Beinen entlang auf den Boden und drang aus dem Hosenbund.
Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern in Schwällen und unaufhörlich; so dass nach und nach der ganze Boden des Busses bedeckt war und der Scheisse-Spiegel im Fahrzeug so sehr zu steigen begann, dass irgendwann mal nur noch die Köpfe der Fahrgäste aus dem unappetitlichen Vollbad guckten.
Das war der entscheidende Moment, in dem die Leidensgeschichte eine neue Wendung nahm:
Der Anblick in dieser imaginierten Situation war so überaus schrecklich und gleichzeitig absurd, dass ihr Verstand – unter Vollstress – die Reissleine zog und die ganze Not sich in einem wahrhaft erschütternden Lachanfall entlud.
Ein solches Lachen hat verschiedene Phasen, der entscheidende Dreh aber war, dass sie zum ersten Mal über sich und ihre irrationale Angst lachen konnte.
Von da an konnte ihr Problem mit herkömmlichen Methoden der Verhaltenstherapie angegangen werden.
Heute benutzt sie öffentliche Verkehrsmittel so wie Sie und ich.
Dass sie einmal – nach Abschluss der Therapie – in einem Zug unauffällig „einen fahren gelassen“ hat, bezeichnet sie mittlerweile lachend als Highlight.

Das macht Sinn.

Diese Episode bestätigt eine These der Gelotologie:
Eine der Funktionen des Lachens sei, auf physiologischer Ebene Stress abzubauen. (Stresshormone werden u.a. durch die Verbrennungsprozesse in den Muskelzellen umgewandelt und abgebaut. Wenn wir heftig lachen, sind – je nach Quellenangabe – zwischen 200 und 300 Muskeln beteiligt.)

Wenn die Gelotologie sich austauscht.

Listig ausgelegte Scherzartikel, lustig gekleidete Menschen, heitere Sprüche allenthalben und eine ansteckend fröhliche Atmosphäre.
So möchte man sich einen Humorkongress vorstellen.
Glauben Sie mir: dem ist mitnichten so. Ein flüchtiger Blick in den Saal, ein paar oberflächlich wahrgenommene Wortfetzen – und Sie könnten sich genau so gut an einer Tagung für Schrauben-Normierungen wähnen.
Erst das genauere Studium der gelisteten Beiträge macht Lust, auf einem Klappstuhl Platz zu nehmen. Hier als Beispiel das Programm 2022 der Association for Applied and Therapeutic Humor (AATH) in den USA:

•  Geist, Albernheit und Wissenschaft: Schnittpunkt von spielerischem Einssein und Neurotheologie
•  Relevante Fragen des therapeutischen Humors
•  Humor-Ressourcen für die Personalabteilung: Praktische Tools für den modernen HR-Profi
•  Die Formen, Funktionen und Marotten des Humors in der Krankenhausmedizin
•  Lebe glücklich: Die 5 glücklichen Gewohnheiten, um Ihr bestes Leben zu leben
•  Echtes Lachen vs. falsches Lachen: Würde das echte Lachen bitte aufstehen?
•  Beziehungsfusion: Die 5. Dimension des therapeutischen Humors
•  Verrücktheit heilen mit Humor, Hunden und ganzheitlicher Medizin
•  Ein Strampler, ein Tutu und 3 Dinge, die ich als trauernder alleinerziehender Vater gelernt habe
•  Unsere Welt mit Lachen verändern

Wollen Sie sich den Kopf voll machen?

In diesem Blog (2) gehe ich auf die Erkenntnisse ein, die die Gelotologie bezüglich der Wirkungen des Lachens auf den Körper liefert. Wohl bekomm’s!

Zum Schluss eine unbedingte Empfehlung.

Sie scheinen sich ja wirklich für die Gelotologie zu interessieren.
Warum sonst hätten Sie bis hier hin lesen sollen?
Zur Vertiefung empfehle ich Ihnen diesen hervorragenden Dokumentarfilm:

„Tierisch lustig – Die Wissenschaft vom Lachen“ (ARTE 2014)
Der Neurobiologe Robert Provine untersucht das Lachen aus verhaltenswissenschaftlicher Sicht und beschreibt dessen emotionales und soziales Potenzial.
Jan van Hoof, der Pionier der Beobachtung des Lachens bei Schimpansen, und Marina Davila Ross, Verfasserin einer vergleichenden Studie des Lachens bei Grossaffen, berichten von ihren Forschungen.